(Rezi von Adelheid) Jane Harper: Ins Dunkel

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

gerade habe ich den Thriller „Ins Dunkel“ von Jane Harper gelesen. Das Buch ist gerade im Juli 2018 erschienen, und zwar im Rowohlt-Verlag. Es ist als Paperback-Ausgabe erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 14,99 Euro.

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Die Handlung:

Die fünf Frauen Alice, Jill, Lauren, Beth und Bree sind Arbeitskolleginnen. Anlässlich einer Teambuilding-Maßnahme sollen sie einige Tage im australischen Dschungel eine Wanderung machen. Sie haben nur Kompass und Landkarte bei sich und pirschen von Camp zu Camp. In jedem der Camps gibt es Lebensmittel, die eine warme Mahlzeit versprechen, sowie ein Nachtlager.

Allerdings gibt es Konflikte zwischen den Frauen. Immer wieder kommen Spannungen auf. Spannungen gibt es auch zwischen Beth und Bree, die Zwillingsschwestern sind.

Einmal verirren sich die Frauen, dann verlieren sie einen wichtigen Gegenstand, den sie benötigen, um ihre Lebensmittel warm zubereiten zu können.

Und auf einmal ist Alice verschwunden. Die vier anderen Frauen kommen verspätet am vereinbarten Treffpunkt an. Wo Alice ist, wissen sie nicht. Die Ermittler Aaron Falk und Carmen suchen nach ihr. Hat sie sich verirrt – oder ist sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen?

 

Meine Meinung:

Das Buch hat mich interessiert, nicht nur weil ich selbst schon Australien besucht habe, sondern weil die Leseprobe total spannend war. Als Leserin wollte ich unbedingt wissen, was mit Alice passiert ist. Sie wirkt selbstbewusst, anfangs nicht unsympathisch – aber sie versucht, wie sich im Laufe der Wanderung zeigt, oft ihren Willen durchzusetzen.

Als Leser verfolgt man mit Spannung die Wanderung der fünf Frauen und ihre Konflikte – und parallel dazu die Ermittlungen der Polizei. Sie fragen Personen, die Alice kennen. Nicht nur die vier Frauen, die mit ihr zusammen wanderten, sondern auch Arbeitskollegen und Alices Tochter Margot.

Die Spannung des Buches baut sich so nach und nach auf, je mehr man liest. Und man rätselt selbst als Leserin, was mit Alice passiert sein könnte. Die Auflösung kommt erst zum Schluss – und ist für mich total überraschend.

Ich vergebe fünf von fünf Sternen und empfehle das Buch weiter.

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(Rezi von Adelheid) Hala Alyan: Häuser aus Sand

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Liebe Leserinnen und Leser,

vor einigen Wochen hatte ich Glück bei vorablesen.de. Ich gab einen Leseeindruck zu dem Buch „Häuser aus Sand“ ab und konnte es gewinnen. Eine Familiengeschichte über Menschen, die in Palästina leben, interessierte mich.

Ich habe das Buch gelesen. Ob es meine Erwartungen erfüllen konnte, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Häuser aus Sand“:

Verlag: Dumont

Seitenzahl: 396 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3832198558

Erscheinungsdatum in Deutschland: 18. Juni 2018

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 24 Euro.

 

Über Hala Alyan:

Die Autorin Hala Alyan ist 1986 geboren. Sie ist eine palästinensisch-amerikanische Autorin, die auch Gedichte schreibt. Für ihre Gedichte hat sie schon Preise erhalten.

Weiterhin ist sie als Psychologin tätig. Sie ist verheiratet und lebt in New York.

„Häuser aus Sand“ ist ihr erster Roman, der auch in deutscher Sprache erscheint.

 

Leseprobe:

Leseproben dieses Buches sind mehrfach im Internet vorhanden. Beispielsweise auch auf vorablesen.de. Einfach nach dem Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ (rechts oben) klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Der Roman schildert das Leben einer Familie über mehrere Jahrzehnte, beginnend in den 1960er-Jahren. Sie wohnen zuerst in Nablus (Palästinensische Autonomiegebiete, Westjordanland, dann in Amman (Jordanien), in Kuwait und im Libanon.

Die Familiengeschichte beginnt mit Salma, die einst mit ihrem Mann Hassam und den drei Kindern Widad, Alia und Mustafa in Jaffa lebte.

Widad zieht dann mit ihrem Mann nach Kuwait  – und der Focus der Roman richtet sich auf Alia, ihren Mann Atef und die beiden Töchter Souad und Riham und deren Familien.

Mustafa, der Bruder von Widad und Alia und Freund von Alias Mann Atef, lebt in den Erinnerungen seiner Familie weiter. Er kam in einem Krieg ums Leben. Atef schreibt ihm immer wieder Briefe, die er sammelt und die von seinen Enkeln gefunden und gelesen werden. Die Briefe sind wichtig, denn sie geben einen Blick auf die Familienvergangenheit.

Lange scheint es, dass die Familie nirgendwo richtig sesshaft wird. In Palästina ist es nicht sicher, also ziehen sie nach Kuwait, dann nach Amman. Aber auch von dort müssen sie gehen.

 

Meine Meinung:

Das Schicksal dieser Familie rund um Salma, Alia, Souad und Riham ist mitreißend und poetisch verfasst. Es berührt mich. Ich lese, wie diese Familie immer wieder versucht, sesshaft zu werden. Sie fliehen aus Jaffa, sie ziehen weg aus Nablus, einige hoffen, eine neue Heimat zu finden in  Amman, andere ziehen nach Kuwait und versuchen dort ihr Glück. Eine Option ist auch, sich in Europa oder den USA niederzulassen – aber so richtig heimisch werden sie nirgendwo. Sie sind Getriebene, die zwar arabisch sprechen, aber dennoch in vielen arabisch-sprachigen Gegenden von der dortigen Bevölkerung nicht vollkommen akzeptiert werden.

Die Mitglieder der Familie sind sympathisch – und man möchte als Leser, dass es ihnen gut geht.  Man lernt als Leser viel über ihre Traditionen, über Feste und darüber, wie wichtig Familie und der Kontakt zur Familie ist.

Ihr Leben ist und war nicht sicher. Die Situation änderte sich im Laufe der Jahre im Westjordanland. Es gab Kriege. Leute wurden umgebracht, Leute mussten fliehen, Leute versuchten zu überleben.

Gerade diese fremde Kultur sowie Salma, Alia und ihre Familie wecken mein Leseinteresse. Ich tauche ein in einer Gesellschaft, in der die Menschen nicht in der Sicherheit leben, in der wir in Deutschland leben. Es erschreckt und fasziniert gleichzeitig zu lesen, wie es dieser Familie geht. Bewundernswert finde ich, dass sie versuchen, aus allem das Beste zu machen.

Bei der Lektüre des Buches merke ich auch, wie wenig ich bisher über das Westjordanland, Kuwait, Jordanien, den Libanon und die Leute dort wusste. Das Buch verschafft mir einen gewissen Einblick, wie manche Leute dort leben und was sie erlebt haben.

„Häuser aus Sand“ ist eine Geschichte über Liebe und Verlust und darüber, was es bedeutet, eine Heimat zu haben und heimatlos zu sein. Es ist eine Geschichte über Rastlosigkeit, aber auch darüber, wie wichtig Familie und Familienzusammenhalt sind.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Lesempfehlung!

 

(Rezi von Adelheid) Kent Haruf: Lied der Weite

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Anfang des Jahres 2018 war ich äußerst glücklos bei vorablesen.de. Egal, welchen Leseeindruck ich hinterließ – es gab einfach keinen Gewinn für mich.

So hätte mich beispielsweise das Buch „Lied der Weite“ von Kent Haruf sehr interessiert. Kaufen wollte ich mir das Buch nicht selbst – es kostet 24 Euro, das war mir zu viel Geld.

Aber wozu gibt es Büchereien? Unsere Bücherei hier am Ort hat das Buch angeschafft und ich habe es mir zum Lesen ausgeliehen.

Meine Meinung dazu liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch:

Verlag: Diogenes

Seitenzahl: 384

ISBN-Nummer: 978-3257070170

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12. Januar 2018

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 24 Euro.

 

Über Kent Haruf:

Kent Haruf war ein US-amerikanischer Autor, geboren 1943 und gestorben 2014. Er hat sechs Romane geschrieben und erhielt einige Literaturpreise.

Seit dem Erfolg seines Romans „Unsere Seelen bei Nacht“, der schon verfilmt wurde, werden seine Romane so nach und nach wiederentdeckt und auch veröffentlicht.

 

Leseprobe:

Es gibt einige kostenlosen Leseproben dieses Buch im Internet. Beispielsweise bei Amazon.de. Einfach dort das Buch aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ (direkt oberhalb des Buchcovers) klicken. Schon kann man einige Seiten kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Der Roman spielt in der fiktiven US-amerikanischen Kleinstadt Holt und erzählt von einigen Menschen, die dort wohnen, und ihrem Schicksal.

Da gibt es die Brüder Ike und Bobby. Ihr Vater Tom Guthrie ist Lehrer und versucht, sich so gut wie möglich um seine Jungs zu kümmern. Denn seiner Frau Ella wurde ihr Leben als Mutter und Ehefrau zu viel. Sie zieht weg von ihrem Mann und ihren Söhnen, zuerst in ein anderes Haus, schließlich nach Denver. Ike und Bobby sind sehr selbständig. Sie verdienen sich etwas Geld und schließen diverse Bekanntschaften.

Weiterhin erfährt der Leser von Victoria Roubideaux. Sie ist 17 Jahre, schwanger geworden nach einem Abenteuer mit Dwayne. Ihre Mutter wirft sie deswegen raus. Maggie Jones, eine Lehrerin, kümmert sich um Victoria und lässt sie bei sich wohnen. Doch Maggies Vater kommt mit dieser Tatsache nicht klar – und deswegen muss Maggie für Victoria eine andere Bleibe finden.

Tom Guthrie hat in der Schule Probleme mit dem Schüler Beckman und dessen Eltern. Sie finden, dass Tom Guthrie ihren Sohn ungerecht bewertet hat.

Die beiden Brüder McPherson haben eine Farm. Sie haben nie geheiratet, ihr Lebensinhalt sind ihre Rinder und die Landwirtschaft.

 

Meine Meinung:

Da ich „Unsere Seelen bei Nacht“ des Autors Kent Haruf schon sehr gut fand, wollte ich auch sein Buch „Lied der Weite“ lesen. Glücklicherweise hat unsere Bücherei im Ort es zum Ausleihen da und deswegen konnte ich es auch lesen.

Das Buch ist aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschrieben (also keine Ich-Erzähler). Die Kapitel sind nur mit den Namen der Personen beschriftet, die eine Hauptrolle darin spielen.

Gibt es wörtliche Rede, so ist sie nicht mit Anführungsstrichen gekennzeichnet.

Am Anfang liest sich das Buch etwas schleppend, denn man lernt als Leser verschiedene Charaktere kennen, weiß aber nicht, wie diese miteinander zusammenhängen und warum über sie erzählt wird. Im Laufe der Lektüre wird das jedoch klar – und als Leser wird man vertraut mit Ike und Bobby, ihrem Vater Tom Guthrie, Victoria Roubideaux und den Brüdern McPherson. Dann liest sich auch das Buch schneller und leichter.

Ich nehme mal an, dass die Handlung des Romans in den 1950er- oder 1960er-Jahren spielt. Die Leute in Holt sind fixiert auf ihre Probleme, nur selten kommen sie aus diesem Ort heraus. Viele der Charaktere sind sympathisch, ihr Schicksal berührt und man will wissen, wie es mit ihnen weitergeht. Deswegen liest man das Buch. Ich wollte beispielsweise wissen, wie es mit Victorias Schwangerschaft weitergeht und ob Ella sich noch einmal entschließt, zu ihrer Familie zurückzukehren.

Der Erzählton ist ruhig – man merkt aber schnell, welch große Probleme die Protagonisten haben. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich kann es mir gut vorstellen, dass es einmal zu den US-amerikanischen Klassikern zählen wird. Empfehlen kann ich das Buch allen Lesern, die sich für US-amerikanische Literatur interessieren, und auch Lesekreisen, die sich mit solcher Literatur befassen.

Ich vergebe 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

(Rezi von Adelheid) William Finnegan: Barbarentage

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

der Sommer kommt – und für viele auch der Sommerurlaub. Da passt es doch, eine Surferbiographie zu lesen!

Ich habe mich an das Werk

Barbarentage

von

William Finnegan

gewagt.  Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Barbarentage“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 7. Mai 2018

Verlag: Suhrkamp

Seitenzahl: 576 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3-518-46873-9

 

Über den Autor William Finnegan:

William Finnegan ist ein US-amerikanischer Autor, Jahrgang 1952.

Seit 1987 ist er als Journalist für den „New Yorker“ tätig. Er hat unter anderem auch schon als Kriegsreporter gearbeitet.

 

Die Handlung:

William Finnegan, genannt Bill, zieht mit seinen Eltern von Los Angeles im US-Staat Kalifornien nach Hawaii. Der Grund ist, dass sein Vater als Regisseur von Fernsehserien arbeitet.

Anfangs wird Bill immer wieder gemobbt – beispielsweise von einem Mitschüler, der ihm in der Schule Hiebe auf den Kopf gibt. Später ist Bill in einer anerkannten Clique – dann hören auch die Attacken gegen ihn auf.

Das Surfen bietet Bill eine Flucht vor dem Alltag. Er hat Ideale, denen er nacheifern möchte. Er lernt viel, macht Erfahrungen und perfektioniert seine Surftechnik. Für ihn übt das Meer eine Faszination aus – er wartet immer auf die „perfekte Welle“, so wie viele andere Surfer. Das Surfen gibt einen Kick und verleiht Selbstbewusstsein in den Schwierigkeiten des Alltags.

Dem Surfen bleibt Bill auch nach seiner Schulzeit treu. Er zieht an einige Plätze, an dem es ihm gefällt. Beispielsweise mit seiner Freundin Caryn, aber auch alleine. Er jobbt mal als Buchhändler, er studiert, er schreibt Berichte für Zeitschriften. Sein Ziel ist, immer genug Geld und Zeit zu haben für den Surfsport.

 

Leseprobe:

Leseproben dieses Buches sind mehrfach im Internet zu finden. Beispielsweise auch bei vorablesen.de. Einfach nach dem Buch suchen und dann auf das Feld „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Meine Meinung:

Ein Buch, das einen Preis bekommen hat, fasziniert mich immer. So klang für mich die Tatsache, dass dieses Buch den „Pulitzer-Preis“ erhalten hat, verlockend. Ich wollte es lesen. Dabei habe ich keine Affinität zum Surfsport. Mich interessierte das Leben im Hawaii der 1960er-Jahre und wie der Autor seine Biographie erzählt.

Er ist ein Ich-Erzähler und erzählt alles aus der Vergangenheitsperspektive. Das ist nicht unüblich und macht mir auch nichts aus. Aufgelockert wird diese Biographie durch einige Schwarz-Weiß-Fotos aus dem Leben des Autors.

Informationen über die Länder und Gegenden, in denen sich der Autor befindet, bekommt man schon – mal mehr, mal weniger. Vorwiegend handelt das Buch von dem Leben des William Finnegan und seiner Liebe zum Surfsport.

Das ist nicht immer einfach zu lesen. Es gibt keine wörtliche Rede, sondern vorwiegend indirekte Rede – wenn es etwas zu bereden gibt. Indirekte Rede liest sich bekanntermaßen nicht so leicht wie direkte Rede.

Die größte Herausforderung ist der Wortschatz aus der „Surfersprache“. Einige Fachbegriffe zum Thema „Surfen“ sind ganz hinten im Buch in einem Glossar zusammengefasst. Jedoch längst nicht alle. So begegnen dem Leser beispielsweise auf Seite 143 in drei Sätzen die Wörter Set, Drop, Face, clean, Bottom Turn, down the line und Take-Off-Zone. Viele Wörter und Ausdrücke werden im Glossar oder auch im Text selbst erklärt, jedoch längst nicht alle. Beim Ausdruck „down the line“ sollte der Leser in seinen Englischkenntnissen kramen.

Das Nachschlagen der Fachbegriffe verlangsamt den Lesefluss – und man muss sich als Leser fragen, ob man jeden der Fachbegriffe nachschlägt oder am besten überliest. Ich habe es mal so, mal so gemacht – also manches nachgeschlagen, manches nicht, weil ich es selbst übersetzte.

Mein Fazit:

„Barbarentage“ von William Finnegan ist eine Biographie, in der das Surfen klar im Vordergrund steht. Der Autor reist zu verschiedenen Gegenden der Welt, er erzählt aus seinem Leben, erzählt von Freunden und Beziehungen – und überall ist das Surfen ein großes Hauptthema. Wie man richtig surft, wie man es perfektioniert, welche Surfbretter man verwendet und so weiter.

Die vielen Fachbegriffe aus der Surfersprache sind eine Herausforderung für die Leser. Einem Leser ohne Englischkenntnisse würde ich das Buch nicht empfehlen.

Ich vergebe vier von fünf Sternen und eine Leseempfehlung für Leser mit Englischkenntnissen, die Sportlerbiographien mögen.

(Rezi von Adelheid) Laetitia Colombani: Der Zopf

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

als ich in einer „Für Sie“-Zeitschrift eine Leseprobe des Romans „Der Zopf“ las, wollte ich unbedingt das ganze Buch lesen. Aber sollte ich 20 Euro für ein Werk von gerade mal 288 Seiten ausgeben?

Ich zauderte, andererseits wollte ich das Buch unbedingt lesen. Um es bei irgendwelchen Preisrätseln zu gewinnen, war es zu spät – und in unserer Bücherei ist das Buch zur Zeit auch ständig ausgeliehen.

Also – Augen zu – und das Buch gekauft! Ich habe das Buch gelesen. Wie ich es fand, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch „Der Zopf“ von Laetitia Colombani

Erscheinungsdatum in Deutschland: 21. März 2018

Verlag: S. Fischer-Verlag

ISBN-Nummer: 978-3103973518

Seitenzahl: 288 Seiten

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag in der deutschen Übersetzung erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 20 Euro.

 

Über Laetitia Colombani:

Laetitia Colombani ist eine französische Autorin, Jahrgang 1976. Sie ist nicht nur Autorin, sondern auch Filmschauspielerin und Regisseurin.

„Der Zopf“ ist ihr erster Roman.

 

Leseproben:

Vom Verlag genehmigte Leseproben gibt es viele im Internet. Wie gesagt, hatte ich eine Leseprobe aus Papier, die in einer Ausgabe der Frauenzeitschrift „Für Sie“ enthalten war.

Im Internet findet man Leseproben bei diversen Internet-Buchhändlern, beispielsweise bei Amazon.de. Einfach nach dem Buch suchen und die Option „Blick ins Buch“ anklicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Schreibfehler/Grammatikfehler:

Leider gibt es sie – wenn auch nicht in rauen Mengen. Auf Seite 18 steht: „Selbst, wenn Lalita Lesen und Schreiben lernt…“

Sorry, aber richtig muss es heißen: „Selbst, wenn Lalita lesen und schreiben lernt…“

Es gibt in diesem Satz keinen einzigen Grund, diese Verben zu substantivieren!

Auf Seite 156 fiel mir ein weiterer Fehler auf. Dort steht: „Den Berechnungen zufolge, bleibt die Werkstatt noch ein Monat.“

Erstens gefällt mir das Komma nach dem Wort „zufolge“ nicht. Das kann man weglassen. Es gibt keinen Grund, es zu setzen.

Der zweite Fehler in diesem Satz ist allerdings gravierender: „… bleibt die Werkstatt noch ein Monat.“

Es muss „einen Monat“ heißen, da „DER Monat“ maskulin ist – also ein männliches Substantiv. Und solche Substantive werden im Akkusativ mit „DEN Monat“ – oder, wie hier, „EINEN Monat“ geschrieben. Richtig also: „Den Berechnungen zufolge bleibt die Werkstatt noch einen Monat.“

 

Die Handlung:

Smita lebt in Indien. Sie ist verheiratet mit Nagarajan, der als Rattenfänger Geld verdient. Die Ratten werden in Indien gegessen. Smita gehört der untersten Kaste an, und als Frau hat sie kaum Rechte in Indien. Sie reinigt die Toiletten von Menschen, die den oberen Kasten angehören. Ihre Mutter und Großmutter haben schon dasselbe getan. Smita ist gewillt, dass ihre Tochter Lalita nicht auch Toiletten reinigen wird. Sie meldet Lalita an einer Schule an, damit diese dort lesen und schreiben lernt. Als Lalita an einem Tag dort den Boden kehren soll und sich weigert, wird sie von einem Lehrer geschlagen – und wird von da an die Schule nicht mehr besuchen. Smita beschließt, an einen anderen Ort zu fliehen, um ihrer Tochter doch noch die Möglichkeit zu geben, eine Schule zu besuchen. Doch so einfach ist das nicht.

Der Vater von Giulia aus Italien hat eine Perückenfabrik – und es war schon immer Giulias Wunsch, einmal in dieser Fabrik zu arbeiten. Als ihr Vater einen Verkehrsunfall erleidet und im Krankenhaus behandelt werden muss, entdeckt sie, dass die Perückenfabrik verschuldet ist. Eine neue Idee muss her – eine Idee, die die Firma rettet. Denn Giulia sieht ihre Zukunft weiterhin in dieser Fabrik – an der Seite ihres Partners Kamaljit Singh, der Inder ist und sein Land verließ, weil er dort Probleme hatte, als Sikh zu leben.

Sarah aus Montreal in Kanada ist eine erfolgreiche Anwältin. Hartnäckig hat sie an ihrer Familie gebastelt und ihren Job und ihr Familienleben voll im Griff. Ihr Leben ist strukturiert, es funktioniert, dass sie sich um ihre drei Kinder kümmert, aber auch als Anwältin Karriere macht. Doch eines Tages muss sie ihr Tempo zurücknehmen. Krebs wird in ihrer Brust entdeckt, und sie muss sich sofort operieren lassen. Sarah versucht, ihre Krankheit geheim zu halten – sowohl vor ihren Kindern, aber auch vor ihren Kollegen in der Kanzlei. Doch eines Tages begegnet sie einer Kollegin, die ihre Mutter begleitet, im Krankenhaus.

 

Meine Meinung;

Was ich hier lese, sind drei berührende Frauenschicksale –alle aus der auktorialen Erzählperspektive verfasst. Direkte Rede kommt selten vor, dafür viel indirekte Rede. Die Handlungen werden im Präsens erzählt.

Ich erfahre so nach und nach, wie sich das Schicksal der drei Frauen, die mir alle sympathisch sind und deren Beweggründe ich gut verstehen kann, entwickelt. Das ist interessant und hält mich am Lesen. Das Schicksal von Smita aus Indien hat mich erschüttert, ich spüre ihre Ausweglosigkeit in ihrer Situation als Frau einer unteren Kaste. Sympathisch war mir auch Giulia, die mit allen Mitteln versucht, die Firma ihres Vaters zu retten. Und ich fühle mit Sarah, weil ich selbst schon eine Schwester durch Krebs verloren habe. Ich will wissen, wie sie mit dieser schweren Krankheit umgeht, ob sie es schaffen wird, diese Krankheit zu überwinden.

Die Autorin präsentiert die Geschichten ihrer drei Hauptpersonen häppchenweise. Zuerst lese ich ein Kapitel über Smita, dann eines über Giulia, schließlich eines über Sarah. Fast immer enden die Kapitel mit einem „Cliffhanger“, so dass man atemlos an der Lektüre bleibt, weil man wissen will, wie die Geschichten weitergehen.

Weiterhin will man als Leser/-in wissen, warum dieses Buch „Der Zopf“ heißt. Denn irgendwie gehören die drei Geschichten verschiedener Frauen auf drei Kontinenten zusammen  – und das kann man am Schluss des Buches sehen.

Für mich war das eine berührende, immer wieder atemlose und schöne Lektüre, der ich gerne alle Sterne vergebe.

(Rezi von Adelheid) Matt Haig: Wie man die Zeit anhält

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch gelesen:

Matt Haig „Wie man die Zeit anhält“.

Wie es mir gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 20. April 2018

ISBN-Nummer: 978-3423281676

Verlag: dtv

Seitenzahl: 384 Seiten

 

Über den Autor Matt Haig:

Matt Haig ist ein britischer Autor, Jahrgang 1975. Von ihm erschienen bereits mehrere Romane und Kinderbücher, von denen einige literarische Preise erhielten.

In Deutschland schaffte er seinen Durchbruch als Autor mit dem Buch „Ich und die Menschen“.

 

Leseprobe:

Kostenlose Leseproben zum Buch „Wie man die Zeit anhält“ findet man mehrfach im Internet. Beispielsweise auch bei www.vorablesen.de. Einfach das Buch suchen und auf die Option „Leseprobe öffnen“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Der Geschichtslehrer Tom Hazard ist ein Einzelgänger. Er sieht aus wie 40 Jahre – ist aber in Wirklichkeit 400 Jahre alt. Geboren wurde er am 3. Mai 1581. Er gehört zu den Personen, die ewig leben können. Solche Personen nennt man „Albatrosse“, die auch von einer „Albatros-Gesellschaft“ beobachtet werden.

„Albatrosse“ können zwar altern, aber es dauert bei ihnen länger als bei anderen Menschen. Toms Freund und Mentor Mr. Hendrich empfiehlt Tom auch, sich nie zu verlieben und keine Verbindung zu anderen Menschen einzugehen. Denn das könnte dazu führen, dass man den Verstand verliert.

Deswegen ist auch Abraham, ein Hund, der Probleme hat, das einzige Wesen, mit dem Tom sein Leben teilt.

Glücklich ist Tom mit diesem Leben nicht. Die Tatsache, dass er ein Albatros ist, kostete seiner Mutter das Leben. Außerdem leidet er immer wieder an Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Und immer wieder muss er umziehen. Beispielsweise wohnte er schon in Irland und in Toronto (Kanada).

Als er einen Job als Geschichtslehrer im London der Gegenwart annimmt, verliebt er sich in eine Lehrer-Kollegin. Sie ist Französisch-Lehrerin.

 

Meine Meinung:

Vor zwei Jahren hatte ich von Matt Haig das Buch „Zehn gute Gründe, um am Leben zu bleiben“ gelesen, das mir sehr gut gefiel und mich zum Nachdenken brachte. Ich freute mich auch, dass dieses Buch bei „lovelybooks“ Platz 3 der besten Sachbücher 2016 belegen konnte.

Natürlich war ich deswegen besonders gespannt, das Buch „Wie man die Zeit anhält“ zu lesen. Von Autoren, von denen man schon Bücher gelesen hat, die einem gefallen haben, liest man ja gerne neue/andere Bücher, um einen Vergleich zu haben.

Das Buch „Wie man die Zeit anhält“ ist für mich eine Mischung zwischen einem Märchen und einer Fantasy-Geschichte. Sympathisch ist die Hauptperson Tom Hazard (er ist der Ich-Erzähler in diesem Roman) – und er tut mir leid. Es hat mich berührt zu lesen, wie seine Mutter gestorben ist.

Tom hat keine Freude am Leben. Nicht an dem Leben, das er führen muss. Manchmal wäre er lieber ein ganz normaler Mensch, der ganz normal altert. Er lebt weiter, weil er seiner Mutter, kurz bevor sie starb, ein Versprechen abgegeben hat. Außerdem sucht er seine Tochter Marion. Auch sie ist ein „Albatros“. Er hat sie aus den Augen verloren.  Das macht ihm zu schaffen.

Die Handlung wird aus mehreren Zeitebenen erzählt. Man erfährt, wie es Tom in der heutigen Zeit geht, und man erfährt, was er vor circa 400 und circa 300 Jahren und so weiter erlebte. Tom lernte beispielsweise Shakespeare und Scott Fitzgerald kennen und verdiente sich in London als Lautenspieler sein Geld, als er Jugendlicher war. Besonders oft wird das Leben in London beleuchtet. London im Mittelalter und London heute. Das finde ich faszinierend, das gefällt mir.

Das Buch ist mitreißend, interessant und in einer schönen Sprache geschrieben. Wobei die Liebe zu Camille ein Nebenthema ist. Hauptsächlich geht es darum, was Tom im Laufe seines Lebens alles erlebt hat. Das ist alles sehr anschaulich und mit sehr viel Fantasie verfasst. So wird das Buch nie vorhersehbar – und die Ereignisse sind überraschend. Bis zum Schluss.  Ich vergebe diesem Buch fünf von fünf Sternen und empfehle es weiter.

 

(Rezi von Adelheid) Alexandra Zöbeli: Der Pub der guten Hoffnung

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

dank vorablesen.de durfte ich folgendes Buch auf dem E-Book-Reader lesen:

 

Der Pub der guten Hoffnung

 

der Schweizer Schriftstellerin Alexandra Zöbeli.

Wie mir das Buch gefallen hat, erfährt man jetzt.

 

Kurze Informationen  zu dem Buch:

Verlag: Forever (gehört zu den Ullstein-Verlagen

ISBN-Nummer: 978-3958182578

Seitenzahl: 670 Seiten

Erscheinungsdatum in Deutschland: 2. April 2018

Das Buch ist als E-Book bereits erschienen. Die Print-Ausgabe wird 12 Euro kosten und erscheint im Juni 2018.

 

Über die Autorin:

Alexandra Zöbeli ist eine Schweizer Autorin. Sie wohnt mit ihrem Mann im Zürcher Oberland in der Schweiz.

Bisher hat sie fünf Romane verfasst – unter anderem „Die Rosen von Abbotswood Castle“ und „Ein Bett in Cornwall“. Ihre Romane spielen vorwiegend in Großbritannien.

 

Die Handlung:
Sams Leben ist aus den Fugen geraten. Ganz plötzlich. Vor kurzem war er noch Lehrer, glücklich verheiratet mit Hannah. Der einzige Sohn Felix studierte und schien zufrieden zu sein.

Wirklich zufrieden?

Auf einmal begeht Felix ein Attentat in einem Zug, bei dem nicht nur er, sondern auch andere Menschen ums Leben kommen und schwer verletzt werden. Seitdem wird Sam von Alpträumen gequält und Reporter belagern sein Heim.

Hannah versucht, sich das Leben zu nehmen – kann aber noch gerettet werden. Danach aber wendet sie sich von Sam ab.

Sam hat in kurzer Zeit fast alles verloren – und er fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Sein Sohn Felix war schon immer ein Einzelgänger, aber dass das solche Konsequenzen haben würde, daran hat er nicht gedacht.

Als Sam noch seinen Job als Lehrer verliert, weil sich etliche Eltern gegen ihn stellen, bleibt nur noch ein Ausweg: sich aus der Schweiz für einige Zeit in ein Cottage in Wales (Großbritannien) zurückzuziehen. Sein Freund Daniel macht ihm diesen Vorschlag.

Sam reist mit dem Motorrad nach Wales in die Nähe des Ortes Llanberis und trifft vorwiegend nette Leute. Beispielsweise Hope und ihre Nichte Sian und ihren Neffen Finn. Oder auch Pat, dem ein Pub gehört, in dem man gut essen kann. Auch Gabe, der Handwerker, ist vertrauenserweckend.

Hope hat ein schweres Schicksal hinter sich und, da sie so sympathisch ist, Sian und Finn wirklich nett sind, bleibt es nicht aus, dass sie sich in Sam verliebt. Auch er hat Gefühle für sie – empfindet aber immer noch viel für seine Frau Hannah. Um wirklich zu wissen, wo sein Platz im Leben ist, kehrt Sam zurück in die Schweiz. Er trifft dort seine Frau wieder. Soll er mit ihr weiterleben – in der Schweiz oder im Ausland? Oder ist sein Platz in Wales, zusammen mit Hope?

 

Leseprobe:

Leseproben, die vom Verlag genehmigt wurden, findet man einige im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach das Buch suchen, auf die Option „Leseprobe öffnen“ (rechts oben) klicken, schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Meine Meinung:

Alexandra Zöbeli packt ein schwieriges Thema an. Ein Amoklauf ist passiert, der Attentäter Felix hat viel Unheil angerichtet und sein Leben dabei verloren – und seine Eltern Hannah und Sam fragen sich: Wie konnte es soweit kommen? Hannah ist alles zu viel, sie kann nicht mehr und will sich am liebsten umbringen.

Sam steht fassungslos vor den Ereignissen, wird von Alpträumen gefragt und fragt sich: Warum das alles, und wie soll es weitergehen?

Man ist als Leser sofort mittendrin in der Handlung, man ist erschüttert und fassungslos. In kurzer Zeit verliert Sam fast alles – seinen Sohn, beinahe seine Frau, seinen Job und viele Sympathien. Zurück bleibt nur sein Wohnort in der Schweiz, der für ihn fast nichts mehr wert ist.

Sam ist sympathisch, mir tut er leid und ich wünsche als Leserin, dass er irgendwie herauskommt aus dem Dilemma.

Das Buch entwickelt sich dann schnell zum Wohlfühlbuch. Denn in Wales kann Sam endlich wieder durchatmen, sich wohlfühlen – ohne ständig an die schrecklichen Erlebnisse, die er hinter sich hat, erinnert zu werden.

Ich kann mir als Leserin die Landschaft richtig gut vorstellen, die Hauptpersonen sind sympathisch. Natürlich gibt es auch Konflikte, die Sam aber gut lösen kann – oder die mit seiner Hilfe gelöst werden.

Dass er sich in Hope verliebt und sie sich in ihn, ist fast schon vorhersehbar. Sam stellt sich die Frage, mit wem er sein Leben weiterführen möchte – mit Hannah oder mit Hope?

Oft war mir die Handlung zu lang. Die Autorin hat einen guten Schreibstil, allerdings werden mir viele Dinge zu ausführlich geschildert. Beispielsweise Hopes und Sams Suche nach einer Uhr, die Sian gehört.

Ich vergebe dem Buch vier von fünf Sternen und empfehle es weiter!

 

 

 

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