(Rezi von Adelheid) Kerry Lonsdale: Alles, was wir waren

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Guten Tag,

vom 16. bis 23. August besuchte ich mit meinem Mann London und habe auf der Reise unter anderem folgendes Buch gelesen:

Alles, was wir waren

von der amerikanischen Schriftstellerin

Kerry Lonsdale

 

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen über das Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland:  9. Mai 2017

Verlag: Amazon-Crossing

ISBN-Nummer: 978-1542046008

Seitenzahl: 396 Seiten

 

Über die Autorin Kerry Lonsdale:

Die US-amerikanische Autorin Kerry Lonsdale ist Mitbegründerin der Women’s Fiction Writers Association, einer international aktiven Online-Community von Schriftstellern. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern im sonnigen Kalifornien und schreibt inzwischen an ihrem dritten Roman.

 

Die Handlung:

Aimee und James lernten sich schon in ihrer Jugend kennen. Sie waren oft zusammen. Als Erwachsene begannen sie, mehr füreinander zu empfinden, und schmiedeten Heiratspläne.  Kurz vor der geplanten Hochzeit jedoch kommt James während einer Reise nach Mexiko ums Leben.

Aimee ist untröstlich. Sie versucht, ihre Trauer zu bewältigen, und schmiedet Pläne, ein Café zu eröffnen. Außerdem lernt sie den Fotografen Ian kennen, zu dem sie sich immer mehr hingezogen fühlt.

Allerdings taucht immer wieder Lacy Saunders, einen parapsychologische Beraterin, auf, die behauptet, dass James noch am Leben sei. Aimee ist sich nicht sicher, was sie glauben soll. Soll sie nach James suchen – oder soll sie den Menschen glauben, die ihr sagen, dass James tot ist?

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man, wenn man bei Amazon.de das Produkt aufruft und auf die Option „Blick ins Buch“ klickt. Schon kann man einige Seiten des Buches umsonst lesen.

 

 

Meine Meinung:

Der Anfang dieses Romans, der aus der Ich-Perspektive von Aimee erzählt wird, ist gut. Er weckt Spannung und ein Leseinteresse. James ist tot – oder doch nicht? Was ist mit ihm genau passiert? Genau das interessierte mich, deswegen las ich das Buch. Darüber hinaus ist die Hauptfigur Aimee sympathisch – ebenso wie die Personen, die ihr nahe stehen: Nadia, Kristen und Ian.

Immer wieder flieht sie vor Lacy, der Parapsychologin, die Aimee mehr sagen will, als diese offensichtlich hören will.

Anfangs habe ich den Roman sehr gerne gelesen, merkte aber bald, dass den Liebesepisoden – zwischen Aimee und James sowie zwischen Aimee und Ian – viel Raum gegeben wird. Die spannende Frage nach James‘ aktuellem Schicksal wird dadurch oft in den Hintergrund gerückt. Es gibt immer wieder Rückblenden in die Zeit, in der James in Aimees Leben noch eine wichtige Rolle spielte, jedoch ziehen diese die Handlung oft in die Länge.

Der Schluss ist überraschend – aber für mich nachvollziehbar.

 

Mein Fazit:

„Alles, was wir waren“ von Kerry Lonsdale ist eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit einigen Längen. Wer aufgrund des Anfangs des Buches einen Krimi oder Thriller erwartet, sollte zu einem anderen Buch greifen. Ich vergebe vier Sterne und empfehle das Buch weiter.

 

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(Rezi von Adelheid) Rufi Thorpe: Ein Sommer in Corona del Mar

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Auf das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kam ich nur durch Zufall. Die Lektüre hat mich positiv überrascht.

Nachdem ich einen US-amerikanischen Klassiker eines renommierten US-amerikanischen Autors gelesen hatte, suchte ich nach locker-leichter Sommerlektüre. Das Cover des Buches „Ein Sommer in Corona del Mar“ und auch der Buchtitel verhießen  genau solche Lektüre.

Wie erstaunt allerdings war ich, als ich das Buch las. Es hat mich von Anfang an gepackt. Der Schreibstil sprach mich an. Ich habe hier keinen belanglosen Frauenroman vor mir, sondern wirklich einen Roman mit Tiefgang, der mich bis zum Schluss fesseln konnte.

Es geht um die zwei Freundinnen Mia und Lorrie Ann in einer südkalifornischen Stadt in den 1990er-Jahren. Mia erzählt die Geschichte dieser Freundschaft aus der Ich-Perspektive.  Die Geschichte beginnt, als die beiden Teenager sind. Lorrie Ann ist beneidenswert, sie scheint ein besseres und glücklicheres Leben zu führen als Mia. Das Schicksal wendet sich, als Lorrie Anns Vater stirbt.

Als Lorrie Ann schwanger wird und Jim, den Vater ihres Kindes, heiratet, scheint wieder vieles gut zu werden. Doch Jim stirbt, als er als Soldat bei einem Einsatz agiert – und Lorrie Anns Baby, namens Zach, ist schwerbehindert.  Lorrie Ann scheint ihr Schicksal zu akzeptieren, sie hat einen neuen Partner und liebt ihr Kind abgöttisch. Allerdings bleiben Probleme nicht aus – beispielsweise Probleme mit Drogen.

Mia studiert, macht einen hervorragenden Studienabschluss und promoviert. Sie zieht nach Istanbul und findet einen Partner. Mit Lorrie Ann ist sie vorwiegend telefonisch in Kontakt. Ab und zu gelingt es ihr, ihre Freundin in Kalifornien zu besuchen.

Interessant an dem Buch finde ich, dass ich als Leserin am Leben von Lorrie Ann aus der Perspektive ihrer Freundin Mia teilhabe. Und zwar ziemlich intensiv. Jugenderinnerungen wechseln sich ab mit Erlebnissen, die beide als Erwachsene haben. Wobei der Fokus mehr auf das Leben von Lorrie Ann gelegt wird.  Von Mia erfahre ich lange Zeit nur wenig.

Und beim Lesen fragte ich mich oft: „Was kommt noch? Worauf will dieses Buch hinaus?“

Der Schluss hat mich überrascht – und er wirft das Bild, das ich mir lange von Lorrie Ann gemacht hatte, total über den Haufen. Aber nicht allein der Leser wird überrascht – die Ich-Erzählerin Mia ebenfalls. Zu Recht fragt sie sich, wie gut sie ihre Freundin Lorrie Ann überhaupt gekannt hat.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Ein Sommer in Corona del Mar“ kann ich empfehlen. Wer einen lockeren Frauenroman lesen will, sollte allerdings zu einem anderen Buch greifen. Denn hier geht es um die Freundschaft zweier Frauen, die den Leser nachdenklich macht. Auch den Schreibstil finde ich gelungen. Er wird nie ordinär, er ist oft klug und gefällt mir.

Der deutsche Buchtitel passt nicht ganz zu dem Buch, da es nicht nur um einen Sommer im südkalifornischen Städtchen Corona del Mar geht, sondern um eine freundschaftliche Beziehung, die mehrere Jahre dauert.

Wegen einiger Längen in dem Buch vergebe ich dem Buch vier von fünf Sternen – also die Note „gut“ –  und eine Leseempfehlung.

 

Informationen zum Buch:

Erschienen in Deutschland im April 2017

Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag; btb (gehört zur Verlagsgruppe Random House)

ISBN-Nummer: 978-3-442-71471-1

Das Buch ist in der deutschen Ausgabe als Taschenbuch erschienen und kostet im Buchhandel in Deutschland 9,99 Euro.

 

(Rezi von Adelheid) Peter Gallert/Jörg Reiter: Glaube Liebe Tod

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Tagen habe ich einen deutschen Krimi zu Ende gelesen, nämlich diesen:

Glaube Liebe Tod

der beiden deutschen Autoren Peter Gallert und Jörg Reiter.

 

Wie ich zu diesem Krimi kam:

Tja, normalerweise schreibe ich nicht, wie ich zu einem Buch kam. Selten habe ich Glück bei Buchverlosungen, manchmal kaufe ich mir Bücher, manchmal leihe ich sie mir aus.

Nachdem das Buch bei „Lovelybooks.de“ groß beworben worden war und man es gewinnen konnte, bewarb ich mich, um an der „Leserunde“ teilnehmen zu können. Leider gehörte ich nicht zu den Gewinnern. Während einer Reise nach Bonn aber stieß ich in einer Thalia-Buchhandlung auf das Buch – und bezahlte es mit einigen meiner Payback-Punkten! Das ist doch eine klasse Idee!

So hatte ich einige meiner Payback-Punkte für etwas „Sinnvolles“ eingelöst und konnte doch bei der Leserunde bei „Lovelybooks.de“ mitmachen. Ich habe jetzt nicht über alle Kapitel meinen „Senf“ dort abgegeben, allerdings war ich offiziell dabei und habe auch einige meiner Rezensionen über das Buch im Netz verbreitet.

Und das Buch hat mich positiv überrascht, das darf ich an dieser Stelle schon mal sagen.

 

Über die Autoren Peter Gallert und Jörg Reiter:

Der Autor Peter Gallert ist Jahrgang 1962. Er wurde in Bonn geboren. Zusammen mit Jörg Reiter hat er bereits die Drehbücher zu einigen TV-Serien verfasst. Sowohl Krimiserien, als auch Krankenhausserien – und weitere.

Der Autor Jörg Reiter ist Jahrgang 1952. Er wurde in Düsseldorf geboren. Seit 1992 arbeitet er als freiberuflicher Autor für Sachbücher, Rateshows und Dokumentarfilme.

Die Drehbücher für TV-Serien (von Krimi bis Krankenhaus) verfasst er zusammen mit Peter Gallert. Beide Autoren leben in Köln.

 

Die Handlung:

Martin Bauer ist Polizeiseelsorger und bei der Polizei in Duisburg tätig. Eines Tages verhindert er auf geschickte Art und Weise, dass der Polizist Walter Keunert Selbstmord begeht. Martin Bauer kann sich aber nur kurz als Held sehen – denn einige Stunden später ist Walter Keunert doch tot. Offensichtlich sprang er von einem Parkhausdach aus in die Tiefe.

Allerdings ergeben sich hier Zweifel, dass es sich um Selbstmord handelt. Gegen Keunert wurde wegen Korruption ermittelt.

Martin Bauer versucht, Licht ins Dunkel zu bringen. Doch immer wieder stößt er an seine Grenzen. Er ist ja „nur“ Seelsorger und kein Polizist. Er kann Leute befragen – aber so ermitteln wie die Polizei darf er nicht. Könnte das Bordell „Natascha“ irgendetwas mit Keunerts Tod zu tun haben? Der Inhaber Sascha Zabel ist verdächtig, aber auch gefährlich. Seine Schläger und Hintermänner lauern überall…

Darüber hinaus versucht Bauer, mit Tilo zu reden – dem Sohn Keunerts, der nach dem Tod seines Vaters zu vielen Kurzschlusshandlungen fähig zu sein scheint. Weiterhin begibt sich Bauers Tochter Nina in Gefahr, als sie nach Frankreich reist, um gegen Atomkraftwerke zu demonstrieren.
Viel stürmt auf Bauer ein – und er kennt doch seine Grenzen. Immer wieder steht ihm die Polizeikollegin Verena Dohr zur Seite…

 

Leseprobe:

Wer einige Seiten des Buches kostenlos lesen will, kann das auf mehreren Seiten im Netz tun. Beispielsweise beim Internet-Händler Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen und oberhalb des Covers auf die Option „Blick ins Buch“ klicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

Meine Meinung:

Dieses Buch hat mich positiv überrascht. Es ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) geschrieben. Durchgängig spannend fand ich das Buch, die Handlung ist immer wieder actionreich, es wird nie langweilig. Der Hauptcharakter Martin Bauer ist interessant und sympathisch. Man fiebert mit ihm mit und man ist genauso ratlos wie er auf der Suche nach der Wahrheit über Walter Keunerts Tod.

Ich fand es sehr interessant, einen Seelsorger als Hauptperson in einem Kriminalroman zu bringen. Etwas Derartiges hatte ich vorher noch nicht gelesen – deswegen war ich gespannt auf die Lektüre. Bauer ist mutig und zielstrebig – aber immer wieder weisen ihm nicht nur seine Kompetenzen, sondern auch sein Glauben gewisse Grenzen auf. Genau das fand ich so gut und glaubwürdig – und menschlich dargestellt. Wichtig ist es an dieser Stelle zu erwähnen, dass es sich nicht um ein Buch handelt, in dem der Glauben im Vordergrund steht. Es ist also kein religiöses Buch und kann von jedem Liebhaber deutscher Krimis gelesen werden.

Allerdings ist es mir oft zu viel, was auf Martin Bauer einstürmt. Er versucht, in Walter Keunerts Vergangenheit zu recherchieren, wird noch mit merkwürdigen Ereignissen im Bordell „Natascha“ konfrontiert, sucht nach Tilo, um mit ihm zu reden – und muss sich noch um seine Tochter Nina kümmern. Das alles ist ziemlich viel – und mir zu viel.

Einige Ekelszenen gibt es in dem Buch – aber wesentlich weniger als in vielen anderen Krimis. Weiterhin hat mich gestört, dass nach der Präposition wegen oft der Dativ verwendet wurde, obwohl doch der Genitiv richtig ist. Ein Beispiel: Im Buch steht auf Seite 126 „wegen dem sechsten Gebot“. Richtig heißen muss es: „Wegen des sechsten Gebots“.

Die Sprache des Krimis ist flott und modern. Ab und zu taucht das „Sch-Wort“ auf, aber nie wird der Schreibstil zu ordinär. Es gibt viele Dialoge, die ebenfalls dazu dienen, dass der Krimi unterhaltsam ist.

Der Schluss ist nicht vorhersehbar – und das gefällt mir ebenfalls.

Mein Fazit:

Der deutsche Kriminalroman „Gaube Liebe Tod“ hat mich gut unterhalten. Es ist ein spannendes und actionreiches Buch mit einem Polizeiseelsorger als Hauptperson.

Ich vergebe diesem Buch vier Sterne und empfehle es weiter.

 

Zum Schluss die kurzen Informationen zum Buch:

Verlag: Ullstein

Erschienen in Deutschland am 12. Mai 2017

Seitenzahl: 416 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3548288918

Dieses Buch ist der Auftakt zu einer Krimiserie rund um den Polizeiseelsorger Martin Bauer.

 

P.S.: Meine Rezensionen erscheinen auf mehreren Plattformen im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de, bei Amazon.de, bei buch7.de, bei e-Book.de, bei hugendubel.de, bei lovelybooks.de. Manchmal auch bei Ciao.de, aber dort gibt es im Moment kein Händlerangebot für dieses Buch.

(Rezi von Adelheid) Simon Van Booy: Mit jedem Jahr

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Vor einigen Tagen habe ich folgendes Buch zu Ende gelesen:

Mit jedem Jahr

des walisischen Schriftstellers

Simon Van Booy.

 

Was ich von dem Buch halte, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu dem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 26. März 2017

Seitenzahl: 310 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3458176992

Verlag: Insel-Verlag

Das Buch ist in der deutschsprachigen Version als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen. Im deutschen Buchhandel kostet es 22 Euro.

 

Über Simon Van Booy:

Simon Van Booy ist ein Schriftsteller aus Wales (Großbritannien). Er lebt im Moment mit seiner Frau und seiner Tochter im New Yorker Stadtteil Brooklyn.

Er hat schon mehrere Romane verfasst und arbeitet für mehrere Zeitungen und den BBC. In Deutschland erschien vor einigen Jahren bereits sein Buch „Die Illusion des Getrenntseins“.

 

Leseprobe:

Leseproben dieses Buches, die vom Verlag genehmigt wurden, gibt es auf mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei www.vorablesende. Einfach das Buch „Mit jedem Jahr“ suchen und rechts oben auf den Schalter „Leseprobe öffnen“ klicken. Dann ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Die Handlung:
Harvey ist sieben Jahre alt und lebt mit ihren Eltern irgendwo in den USA. Das Leben ist harmonisch, Harvey kümmert sich um ihre Puppen. Der Vater hat ein Juweliergeschäft, die Mutter stammt aus Ecuador.

Harveys Eltern kommen durch einen Autounfall ums Leben. Die Sozialarbeiterin Wanda setzt sich dafür ein, dass Harvey zu ihrem Onkel Jason kommt. Jason, einem Raucher und Raufbold, den sie bisher nicht kannte. Jason, der ältere Bruder des Vaters, der nie dachte, sich jemals um eine Familie kümmern zu können.
Harvey und er raufen sich zusammen. Er meldet Harvey zur Schule an, er kauft ihr Kleider, er kümmert sich um sie, wenn sie krank ist. Und mit jedem Jahr, in dem Jason mit Harvey zusammen ist, wird er weicher, menschlicher, einfach ein Familienmensch.

Später zieht Harvey nach Paris, weil sie dort eine Arbeit als Zeichnerin gefunden hat. Sie nennt Jason schon lange nicht mehr Onkel – nein, er ist ihr „Dad“, dem sie Paris zeigen will, als er aus den USA zu Besuch kommt.

Meine Meinung:
Es gibt zwei Handlungsstränge, die zu unterschiedlichen Zeiten stattfinden. Erzählt wird das Buch aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit.

Die Schilderungen von Harveys Kindheit wechseln sich ab mit Schilderungen, wie die erwachsene Harvey in Paris arbeitet und Jason empfängt, der aus den USA zu Besuch kommt. Sie zeigt ihm die Stadt. Immer wieder tauchen sie ein in Erinnerungen über die Vergangenheit.

Der Schreibstil des Buches gefällt mir gut, die Charaktere Harvey und Jason sind sympathisch. Man merkt auch beim Lesen, wie Jason langsam zu einem Familienmenschen wird – und das gefällt. Eigentlich will er anfangs Harvey gar nicht bei sich aufnehmen. Er gilt als „Raubein“, der Motorräder und Raufereien liebt und einige Tattoos hat. Wie soll solch ein Mensch Harvey gleichzeitig Vater und Mutter sein?

Aber die Sozialarbeiterin Wanda entdeckt immer mehr gute Eigenschaften an ihm. Sie trifft ihn mehrmals, bringt immer wieder Harvey mit. Und sie ermutigt ihn, Harvey bei sich aufzunehmen, damit diese nicht in einer Pflegefamilie leben muss.

So nach und nach raufen sich die beiden zusammen. Jason ist nicht jähzornig, er ist geduldig – und ihm fällt immer etwas ein, auch in schwierigen Situationen. Beispielsweise, als Harvey mit hohem Fieber im Bett liegt. Da holt er die Nachbarin, die die richtigen Medikamente zu haben scheint, die sie Harvey gibt.

Ich habe das Buch gerne gelesen. Was mich allerdings gestört hat, war, dass die Spannung kaum vorhanden war. Das Buch ist ruhig, und man liest es, um zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Harvey und Jason entwickelt. Wie kann ein Mann, der nie eine Familie haben wollte – und selbst keine eigenen Kinder hat, einem kleinen Mädchen ein guter Vater sein? Und genau diese Annäherung, diese Entwicklung des raubeinigen Jason zum Vater macht dieses Buch aus.

Oft habe ich mich beim Lesen gefragt: Worauf will dieses Buch hinaus? Was ist der Höhepunkt? Zum Schluss gibt uns der Autor noch einen Höhepunkt, ein unerwartetes Ereignis, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Mein Fazit:
Das Buch „Mit jedem Jahr“ von Simon Van Booy schildert, wie ein Onkel sich auf einmal um seine Nichte kümmert – und die beiden im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Familie werden.

Das Buch ist ruhig, es ist wenig spannend, aber der Schreibstil ist gelungen.
Ich vergebe dem Buch vier von fünf Sternen und empfehle es weiter.

(Rezi von Adelheid) Tom Malmquist: In jedem Augenblick unseres Lebens

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Tagen habe ich das Buch

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ von Tom Malmquist

gelesen, weil es mich vom Thema her einfach interessiert hat.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 11. März 2007

Verlag: Klett Cotta

Seitenzahl: 301 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3608983128

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 20 Euro.

 

Über den Autor Tom Malmquist:

Der schwedische Autor Tom Malmquist wurde 1978 geboren. Er ist als Dichter, Musiker und Songwriter tätig.

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ ist sein erster Roman.

 

Leseprobe:

Einige vom Verlag genehmigte Leseproben sind mehrfach im Internet zu finden. Beispielsweise beim Online-Buchhändler Amazon.de. Einfach den Artikel aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken, die sich über der Abbildung des Covers befindet. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Karin und Tom freuen sich auf ihr erstes Baby. Beide sind als Schriftsteller tätig und wohnen in Schweden.

Sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wird Karin krank. Sie muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zuerst hat sie „nur“ eine Lungenentzündung – aber die Diagnosen werden immer schlimmer. Von „Leukämie“ bis hin zu einer Krankheit mit einem langen Namen. Und es scheint so, als ob es für Karin keine Rettung mehr gibt – egal, was die Ärzte mit ihr machen.

Tom ist wie hineingeworfen in einen Alptraum, er registriert, was passiert, er fragt nach. Oft versteht er nicht, was die Ärzte sagen, weil sie mit Fachbegriffen um sich werfen. Er bangt um seine Partnerin und das Kind. Sein Kind – eine kleine Tochter, namens Livia – wird schließlich per Kaiserschnitt geholt. Sie erholt sich schnell auf einer „Frühgeborenenstation“ und entwickelt sich normal weiter.

Für Karin allerdings gibt es keine Hoffnung mehr. Immer mehr Organe funktionieren nicht mehr so, wie sie sollen – und Karin stirbt.

Zurück bleibt ein schockierter Tom mit einem Säugling und einigen Angehörigen, die ihm helfen wollen, seine Tochter zu versorgen. Er denkt zurück an die Zeit, die er zusammen mit Karin haben durfte – aber er muss auch diverse Dinge regeln. Beispielsweise mit Behörden umgehen, die Fragen stellen. Er muss darum kämpfen, seine Tochter erziehen zu dürfen, denn Karin und er waren nicht verheiratet. Die schwedischen Gesetze sind hier auf Seiten der leiblichen Mutter – aber nicht des leiblichen Vaters. Es steht ihm einiges bevor….

 

Der Schreibstil:

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Am Anfang ist er hektisch, kurze Sätze reihen sich aneinander. Dadurch wird dem Leser so richtig klar, wie sich die Ereignisse im Krankenhaus überschlagen. Welchen Kampf die Ärzte ausfechten, um Karins Leben zu retten. Tom versucht, dies alles zu verkraften, irgendwie einzuordnen. Er hat Hoffnung. Er bangt nicht nur um Karin, sondern auch um sein Baby.

Später, als Tom alleine ist mit seiner Tochter Livia, wird der Schreibstil zwar ruhiger, aber eine gewisse Hektik bleibt immer noch. Es ist gewöhnungsbedürftig und anstrengend, wörtliche Rede aneinandergereiht ohne Anführungszeichen („Gänsefüßchen“) lesen zu müssen – aber genau damit konfrontiert der Autor seine Leser.

 

Meine Meinung:

Als Leserin bin ich gleich mittendrin in der Handlung – wegen dieses rasanten Schreibstils mit vielen Aufzählungen. Aber  die Lektüre hat mich sehr traurig gemacht. Man liest, was Tom passiert und was er nicht abwenden kann. Ständig wird der Gesundheitszustand von Karin mehr bergab, es wird immer aussichtsloser, dass sie wieder gesund wird und für ihre kleine Familie sorgen kann. Man fragt sich auch als Leser: „Wann hört das endlich auf? Wann gibt es endlich Hoffnung für Karin?“ Ich verrate nicht, wenn ich sage, dass Karin stirbt, denn der Verlag sagt dies ja auch selbst im Klappentext dieses Buches.

Tom muss ohne seine Partnerin  vieles regeln. Der Schreibstil des Buches wird etwas ruhiger, mit längeren Sätzen, in denen auch mehr Emotionen drinstecken. Dieser Schreibstil gefällt mir besser als der Schreibstil, der die Vorgänge im Krankenhaus schildert. Er ist emotionaler, er lässt mir als Leserin mehr Raum zum Nachdenken. Allerdings finde ich es nicht optimal, wenn wörtliche Rede ohne Anführungsstriche und Absätze aneinandergereiht wird.

Genau das hat mich beim Lesen immer wieder gestört, weiterhin ist mir an manchen Stellen das Buch zu detailliert. Beispielsweise, wenn sich Tom mit seinem Vater unterhält. Hier stehen einige Belanglosigkeiten drin, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Die Handlung des Buches finde ich aber sehr interessant. Ich will wissen, wie Tom es schafft, sich um seine Tochter zu kümmern – und um sich selbst auch. Er versucht, seiner Tochter ein guter Vater zu sein. Er übernimmt viele Aufgaben, die eigentlich eine Mutter für ihr Kind übernimmt – aber es bleibt ihm ja nichts anderes übrig.

 

Mein Fazit:

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ ist ein interessantes, aber auch oft trauriges Buch über einen werdenden Vater, der von schlechten Nachrichten auf einmal überschwemmt wird. Seine Frau stirbt, und er muss sehen, wie er sich um sein Baby kümmern kann.

Das Buch reißt mit, schockiert den Leser, lädt aber auch zum Nachdenken ein und weckt auf jeden Fall Sympathien für den Ich-Erzähler Tom.

Wegen einiger Längen in dem Buch und des oft gewöhnungsbedürftigen Schreibstils ziehe ich einen Stern ab, vergebe also vier von fünf Sternen und eine Lese-Empfehlung.

 

 

 

(Rezi von Adelheid) Maria Duenas: Wenn ich jetzt nicht gehe

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch gelesen:

„Wenn ich jetzt nicht gehe“

der spanischen Schriftstellerin

Maria Duenas.

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch „Wenn ich jetzt nicht gehe“ von Maria Duenas:

Erscheinungsdatum des Buches in Deutschland:  6. März 2017

Verlag: Insel-Verlag

Seitenzahl:  589 Seiten

ISBN-Nummer:  978-3458177029

 

Über Maria Duenas:

María Dueñas ist eine spanische Schriftstellerin, Jahrgang 1964. Beruflich lehrte sie in Murcia Englische Literatur, bevor sie mit ihrem Debütroman im Jahre 2009 einen durchschlagenden Erfolg erzielte.

Ihre Bücher wurden schon in 35 Sprachen übersetzt. Sie erhielt mehrere Preise dafür.

»Wenn ich jetzt nicht gehe« ist ihr dritter Roman und war 2015 das meistverkaufte Buch Spaniens.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise auf vorablesen.de. Einfach das Buch aufrufen und den Button „Leseprobe öffnen“ anklicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Die Handlung:

Der Spanier Mauro Larrea lebt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mexico-Stadt. Geschäftlich war er sehr erfolgreich – er hatte sich vom Bergmann zum Unternehmer hochgearbeitet. Er besaß Minen und Land, er lebte im Luxus, beschäftigte mehrere Angestellte, es ging ihm sehr gut.

Doch eines Tages erfährt er, dass er pleite ist. Er hat eine Fehlinvestition getätigt, die ihn zum Ruin führte. Er will es niemandem sagen, denn er ist angesehen und genießt einen guten Ruf. Er beschließt, noch einmal neu anzufangen – irgendwo anders. Geschäfte und Chancen für diesen Neuanfang will er suchen und deswegen reist er nach Kuba. Vorher hat er sich Geld geliehen bei Tadeo Carrús. Carrús ist ein cleverer, aber sehr unsympathischer Mensch, der davon lebt, Geld zu Wucherzinsen zu verleihen.

Aber Larreo bleibt nichts anderes übrig – und so akzeptiert er Carrús‘ Bedingungen und auch dessen recht kurzfristig angesetzte Fälligkeitstermine für die Rückzahlung des geliehenen Geldes.

Ungebunden ist Larrea ja – seine Kinder sind erwachsen. Seine Tochter Mariana wird heiraten und auch Sohn Nico. Seine Frau starb bei der Geburt von Nico, und danach heiratete Larrea nicht mehr.

Sein Ziel ist es, Nicos Hochzeit zu bezahlen und schnellstmöglich seine Schulden bei Carrús zu begleichen.

Sein gutes Benehmen und seine Lebenserfahrung bringen ihm in Kuba allerhand Kontakte zu Personen, die lukrative Geschäfte versprechen. Jedoch ist Larrea misstrauisch. Ein Geschäft, in dem es auch um Sklavenhandel geht, lehnt er ab. Dagegen liefert er sich ein „Duell“ im Billardspielen mit Zayas, einem Mann, der der Meinung ist, dass Larrea ihm seine Frau wegnehmen wolle. Larrea verliert dieses Billardduell zunächst, gewinnt jedoch in der Revanche und ist auf einmal Besitzer eines großen Anwesens in Spanien. Optimistisch reist er nach Spanien – beseelt von dem Wunsch, das Anwesen verkaufen zu können, um seine Schulden zu tilgen. Aber so einfach ist das nicht….

 

Der Schreibstil:

Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) geschildert. Der Schreibstil ist sehr ausschmückend, und teilweise stößt man auch auf altmodische Ausdrücke, beispielsweise „frugale Mahlzeit“ (bedeutet: üppige Mahlzeit). Solche Ausdrücke musste ich nachschlagen, weil sie mir nicht geläufig sein.

 

Meine Leseerfahrung:

Ich mag die Personen in dem Buch – vor allem Mauro Larrea. Er ist sympathisch, gut aussehend und als Leserin wünsche ich, dass er bald zu neuem Reichtum kommt, um seine Schulden bei dem unsympathischen Tadeo Carrús bezahlen zu können.

Die sehr ausschmückende Schreibweise der Autorin lässt viele Bilder in meinem Kopf entstehen, ich bin mittendrin in der Handlung und kann die Welt der Reichen in Mexico, in Kuba und auch in Spanien sehr gut vorstellen.

Die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen – zum Schluss hin flachte das Buch leider ab, da die Handlung meiner Meinung nach sehr konstruiert und auch unglaubwürdig wirkte.

Manchmal scheint das Buch auch zu „stocken“ und man will dann als Leser nicht wirklich weiterlesen, weil die Spannung fehlt. Es dauert dann einige Seiten, bis wieder etwas Interessantes passiert. Aber der Hauptgrund, das Buch zu lesen, war für mich der sympathische Hauptcharakter Mauro Larrea und die Neugierde zu wissen, ob er seine Schulden loswerden kann und seine Ziele erreicht.

 

Mein Fazit:

„Wenn ich jetzt nicht gehe“ von Maria Duenas ist ein farbenprächtiger Roman, der im 19. Jahrhundert spielt und dem Leser einen Eindruck von Mexico, Kuba und Spanien während dieser Epoche zeigt. Weiterhin ist der Hauptcharakter Mauro Larreas sehr sympathisch und man möchte wissen, was er in diesem Roman erlebt und ob er seine Ziele erreichen wird.

Die erste Hälfte des Buches fand ich stark, die zweite weniger, da gab es zu viele Längen für meinen Geschmack, und auch die Handlung gefiel mir nicht mehr hundertprozentig.

Perfekte Urlaubslektüre oder Lektüre für eine lange Zugfahrt ist das Buch auf jeden Fall für Leute, die Abenteuerromane mit einem Schuss Romantik mögen. Ich vergebe drei Sterne und empfehle das Buch weiter.

(Rezi von Adelheid) Mikaela Bley: Glücksmädchen

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Nachdem ich eine Leseprobe des Buches

Glücksmädchen

von Mikaela Bley gelesen hatte, wollte ich unbedingt das ganze Buch lesen – und habe es mir gekauft.

 

Kurzinformationen zu dem Buch „Glücksmädchen“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 10. Februar 2017

Verlag: Ullstein

ISBN-Nummer: 978-3548288444

Seitenzahl: 320 Seiten

Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 12,99 Euro. Wobei man noch sagen muss, dass das Format dieses Buches größer ist als das eines „normalen“ Taschenbuches, nämlich DIN-A-5.

 

Über die Autorin Mikaela Bley:

Mikaela Bley ist eine schwedische Schriftstellerin, Jahrgang 1979. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Stockholm.

„Glücksmädchen“ ist ihr erster Roman und wurde in Schweden sofort ein Bestseller.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise beim Online-Buchhändler Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Romans kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Ellen ist Kriminalreporterin und arbeitet beim Fernsehsender TV 4 in Stockholm (Schweden). Von ihr wird erwartet, dass sie sich bestens über den Fall eines achtjährigen verschwundenen Mädchens auskennt – und außerdem ihre guten Beziehungen zu einem Polizeimitarbeiter spielen lässt. Denn Lycke – so heißt dieses Mädchen – ist spurlos verschwunden, und der Sender will jede kleinste Spur, die zu Lycke führen könnte, sofort wissen und sofort senden.

Lycke ist ein Scheidungskind – hin- und hergerissen zwischen ihrer Mutter Helena und dem Vater Harald, der mit Chloe verheiratet ist. Chloe mag Lykke nicht, sie wacht über ihren Sohn Ludde – das gemeinsame Kind von ihr und Harald, auf das sie stolz ist.

Lange Zeit bleibt unklar, wo Lycke ist. Sie wurde von Chloe zum Tennistraining gefahren. Der Sportunterricht fiel aus – das wussten beide nicht. Lycke wurde vor der Tennishalle abgesetzt und war auf einmal verschwunden. Später wurde ihre Tasche gefunden.

Die Kriminalreporterin Ellen will unbedingt herausfinden, was mit Lycke passiert ist. Denn sie sieht Parallelen zu einem Ereignis in ihrer Kindheit. Parallelen zu ihrer Zwillingsschwester Elsa, die auf tragische Weise als Kind ums Leben kam.

Aber auf einmal wird die Situation auch für Ellen gefährlich. Immer wieder bekommt Drohungen, weil sie sich mit Lyckes Verschwinden befasst.

 

Meine Leseerfahrung:

Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben und beschreibt die Ereignisse vorwiegend aus der Sicht von Ellen, Chloe und  Helena.

Der Roman lässt sich lange Zeit flüssig lesen. Die großen Kapitel sind in kleinere Abschnitte gegliedert, was ich beim Lesen sehr angenehm finde, denn hier kann man immer wieder Lesepausen einlegen.

Lange Zeit bleibt der Leser im Unklaren, was mit Lycke los ist. Man redet viel über Lycke. Und dem Leser offenbart sich im Laufe des Buches ein Familiendrama. Lycke ist hin- und hergeschubst zwischen der Mutter Helena und ihrem Vater Harald mit Familie. Dort ist sie alle zwei Wochen.

Chloe zeigt Lycke immer wieder, dass sie sie nicht mag. Sie nervt Harald immer wieder mit Anspielungen auf seine Vergangenheit mit Helena und Lycke, denn sie kann es nicht verstehen, dass Harald schon – bevor er Chloe traf – eine Beziehung hatte.

Harald ist eher gleichgültig. Er ist kein liebevoller Vater. Nicht nur für Lycke, sondern auch für Ludde. Aber Ludde hat Chloe – Lycke hat fast niemanden. Ihre Mutter Helen wirkt fast schon depressiv. Nur Mona, eine Angestellte, die sich um Lycke kümmern soll, ist fast wie eine Mutter für sie.

Mir war Ellen sehr sympathisch, und ich hatte während der ganzen Lektüre Mitleid mit Lycke. Chloe mochte ich nicht, Helen tat mir Leid, und lange Zeit wusste ich nicht, was ich von Harald halten sollte.

Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen – es ist eher ein Familiendrama. Ein Buch mit vielen traurigen Momenten. Ein Buch, das mich lange Zeit packen konnte.

Das Buch hat – aus meiner Sicht – zwei Höhepunkte. Nach dem ersten Höhepunkt war die meiste Spannung leider vorbei für mich – und ich empfand die Handlung auf einmal oft als lang gezogen. Die Ermittlungsarbeit, die Ellen leistet, wird immer wieder unterbrochen von diversen zwischenmenschlichen Episoden, die ich zu langatmig finde. Das hat mich beim Lesen wirklich gestört.

Der Schluss des Buches, der zweite Höhepunkt, ist nicht vorhersehbar – und das finde ich gut.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Glücksmädchen“ ist ein Familiendrama, das mich über weite Strecken packen und gut unterhalten konnte. Leider nahm nach einem der beiden Höhepunkte die Spannung rapide ab und das Buch wurde mir oft zu ausschweifend. Deswegen ziehe ich einen Stern ab und vergebe vier von fünf Sternen.

 

 

 

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