(Rezi von Adelheid) Tom Malmquist: In jedem Augenblick unseres Lebens

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Tagen habe ich das Buch

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ von Tom Malmquist

gelesen, weil es mich vom Thema her einfach interessiert hat.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 11. März 2007

Verlag: Klett Cotta

Seitenzahl: 301 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3608983128

Das Buch ist in der deutschen Übersetzung als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 20 Euro.

 

Über den Autor Tom Malmquist:

Der schwedische Autor Tom Malmquist wurde 1978 geboren. Er ist als Dichter, Musiker und Songwriter tätig.

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ ist sein erster Roman.

 

Leseprobe:

Einige vom Verlag genehmigte Leseproben sind mehrfach im Internet zu finden. Beispielsweise beim Online-Buchhändler Amazon.de. Einfach den Artikel aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken, die sich über der Abbildung des Covers befindet. Schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Karin und Tom freuen sich auf ihr erstes Baby. Beide sind als Schriftsteller tätig und wohnen in Schweden.

Sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin wird Karin krank. Sie muss ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zuerst hat sie „nur“ eine Lungenentzündung – aber die Diagnosen werden immer schlimmer. Von „Leukämie“ bis hin zu einer Krankheit mit einem langen Namen. Und es scheint so, als ob es für Karin keine Rettung mehr gibt – egal, was die Ärzte mit ihr machen.

Tom ist wie hineingeworfen in einen Alptraum, er registriert, was passiert, er fragt nach. Oft versteht er nicht, was die Ärzte sagen, weil sie mit Fachbegriffen um sich werfen. Er bangt um seine Partnerin und das Kind. Sein Kind – eine kleine Tochter, namens Livia – wird schließlich per Kaiserschnitt geholt. Sie erholt sich schnell auf einer „Frühgeborenenstation“ und entwickelt sich normal weiter.

Für Karin allerdings gibt es keine Hoffnung mehr. Immer mehr Organe funktionieren nicht mehr so, wie sie sollen – und Karin stirbt.

Zurück bleibt ein schockierter Tom mit einem Säugling und einigen Angehörigen, die ihm helfen wollen, seine Tochter zu versorgen. Er denkt zurück an die Zeit, die er zusammen mit Karin haben durfte – aber er muss auch diverse Dinge regeln. Beispielsweise mit Behörden umgehen, die Fragen stellen. Er muss darum kämpfen, seine Tochter erziehen zu dürfen, denn Karin und er waren nicht verheiratet. Die schwedischen Gesetze sind hier auf Seiten der leiblichen Mutter – aber nicht des leiblichen Vaters. Es steht ihm einiges bevor….

 

Der Schreibstil:

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive im Präsens erzählt. Am Anfang ist er hektisch, kurze Sätze reihen sich aneinander. Dadurch wird dem Leser so richtig klar, wie sich die Ereignisse im Krankenhaus überschlagen. Welchen Kampf die Ärzte ausfechten, um Karins Leben zu retten. Tom versucht, dies alles zu verkraften, irgendwie einzuordnen. Er hat Hoffnung. Er bangt nicht nur um Karin, sondern auch um sein Baby.

Später, als Tom alleine ist mit seiner Tochter Livia, wird der Schreibstil zwar ruhiger, aber eine gewisse Hektik bleibt immer noch. Es ist gewöhnungsbedürftig und anstrengend, wörtliche Rede aneinandergereiht ohne Anführungszeichen („Gänsefüßchen“) lesen zu müssen – aber genau damit konfrontiert der Autor seine Leser.

 

Meine Meinung:

Als Leserin bin ich gleich mittendrin in der Handlung – wegen dieses rasanten Schreibstils mit vielen Aufzählungen. Aber  die Lektüre hat mich sehr traurig gemacht. Man liest, was Tom passiert und was er nicht abwenden kann. Ständig wird der Gesundheitszustand von Karin mehr bergab, es wird immer aussichtsloser, dass sie wieder gesund wird und für ihre kleine Familie sorgen kann. Man fragt sich auch als Leser: „Wann hört das endlich auf? Wann gibt es endlich Hoffnung für Karin?“ Ich verrate nicht, wenn ich sage, dass Karin stirbt, denn der Verlag sagt dies ja auch selbst im Klappentext dieses Buches.

Tom muss ohne seine Partnerin  vieles regeln. Der Schreibstil des Buches wird etwas ruhiger, mit längeren Sätzen, in denen auch mehr Emotionen drinstecken. Dieser Schreibstil gefällt mir besser als der Schreibstil, der die Vorgänge im Krankenhaus schildert. Er ist emotionaler, er lässt mir als Leserin mehr Raum zum Nachdenken. Allerdings finde ich es nicht optimal, wenn wörtliche Rede ohne Anführungsstriche und Absätze aneinandergereiht wird.

Genau das hat mich beim Lesen immer wieder gestört, weiterhin ist mir an manchen Stellen das Buch zu detailliert. Beispielsweise, wenn sich Tom mit seinem Vater unterhält. Hier stehen einige Belanglosigkeiten drin, die mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben.

Die Handlung des Buches finde ich aber sehr interessant. Ich will wissen, wie Tom es schafft, sich um seine Tochter zu kümmern – und um sich selbst auch. Er versucht, seiner Tochter ein guter Vater zu sein. Er übernimmt viele Aufgaben, die eigentlich eine Mutter für ihr Kind übernimmt – aber es bleibt ihm ja nichts anderes übrig.

 

Mein Fazit:

„In jedem Augenblick unseres Lebens“ ist ein interessantes, aber auch oft trauriges Buch über einen werdenden Vater, der von schlechten Nachrichten auf einmal überschwemmt wird. Seine Frau stirbt, und er muss sehen, wie er sich um sein Baby kümmern kann.

Das Buch reißt mit, schockiert den Leser, lädt aber auch zum Nachdenken ein und weckt auf jeden Fall Sympathien für den Ich-Erzähler Tom.

Wegen einiger Längen in dem Buch und des oft gewöhnungsbedürftigen Schreibstils ziehe ich einen Stern ab, vergebe also vier von fünf Sternen und eine Lese-Empfehlung.

 

 

 

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(Rezi von Adelheid) Maria Duenas: Wenn ich jetzt nicht gehe

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

vor einigen Wochen habe ich folgendes Buch gelesen:

„Wenn ich jetzt nicht gehe“

der spanischen Schriftstellerin

Maria Duenas.

Wie ich das Buch fand, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zum Buch „Wenn ich jetzt nicht gehe“ von Maria Duenas:

Erscheinungsdatum des Buches in Deutschland:  6. März 2017

Verlag: Insel-Verlag

Seitenzahl:  589 Seiten

ISBN-Nummer:  978-3458177029

 

Über Maria Duenas:

María Dueñas ist eine spanische Schriftstellerin, Jahrgang 1964. Beruflich lehrte sie in Murcia Englische Literatur, bevor sie mit ihrem Debütroman im Jahre 2009 einen durchschlagenden Erfolg erzielte.

Ihre Bücher wurden schon in 35 Sprachen übersetzt. Sie erhielt mehrere Preise dafür.

»Wenn ich jetzt nicht gehe« ist ihr dritter Roman und war 2015 das meistverkaufte Buch Spaniens.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe gibt es an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise auf vorablesen.de. Einfach das Buch aufrufen und den Button „Leseprobe öffnen“ anklicken. Schon ist es möglich, einige Seiten des Buches kostenlos zu lesen.

 

Die Handlung:

Der Spanier Mauro Larrea lebt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Mexico-Stadt. Geschäftlich war er sehr erfolgreich – er hatte sich vom Bergmann zum Unternehmer hochgearbeitet. Er besaß Minen und Land, er lebte im Luxus, beschäftigte mehrere Angestellte, es ging ihm sehr gut.

Doch eines Tages erfährt er, dass er pleite ist. Er hat eine Fehlinvestition getätigt, die ihn zum Ruin führte. Er will es niemandem sagen, denn er ist angesehen und genießt einen guten Ruf. Er beschließt, noch einmal neu anzufangen – irgendwo anders. Geschäfte und Chancen für diesen Neuanfang will er suchen und deswegen reist er nach Kuba. Vorher hat er sich Geld geliehen bei Tadeo Carrús. Carrús ist ein cleverer, aber sehr unsympathischer Mensch, der davon lebt, Geld zu Wucherzinsen zu verleihen.

Aber Larreo bleibt nichts anderes übrig – und so akzeptiert er Carrús‘ Bedingungen und auch dessen recht kurzfristig angesetzte Fälligkeitstermine für die Rückzahlung des geliehenen Geldes.

Ungebunden ist Larrea ja – seine Kinder sind erwachsen. Seine Tochter Mariana wird heiraten und auch Sohn Nico. Seine Frau starb bei der Geburt von Nico, und danach heiratete Larrea nicht mehr.

Sein Ziel ist es, Nicos Hochzeit zu bezahlen und schnellstmöglich seine Schulden bei Carrús zu begleichen.

Sein gutes Benehmen und seine Lebenserfahrung bringen ihm in Kuba allerhand Kontakte zu Personen, die lukrative Geschäfte versprechen. Jedoch ist Larrea misstrauisch. Ein Geschäft, in dem es auch um Sklavenhandel geht, lehnt er ab. Dagegen liefert er sich ein „Duell“ im Billardspielen mit Zayas, einem Mann, der der Meinung ist, dass Larrea ihm seine Frau wegnehmen wolle. Larrea verliert dieses Billardduell zunächst, gewinnt jedoch in der Revanche und ist auf einmal Besitzer eines großen Anwesens in Spanien. Optimistisch reist er nach Spanien – beseelt von dem Wunsch, das Anwesen verkaufen zu können, um seine Schulden zu tilgen. Aber so einfach ist das nicht….

 

Der Schreibstil:

Das Buch ist aus der Sicht eines auktorialen Erzählers (kein Ich-Erzähler) geschildert. Der Schreibstil ist sehr ausschmückend, und teilweise stößt man auch auf altmodische Ausdrücke, beispielsweise „frugale Mahlzeit“ (bedeutet: üppige Mahlzeit). Solche Ausdrücke musste ich nachschlagen, weil sie mir nicht geläufig sein.

 

Meine Leseerfahrung:

Ich mag die Personen in dem Buch – vor allem Mauro Larrea. Er ist sympathisch, gut aussehend und als Leserin wünsche ich, dass er bald zu neuem Reichtum kommt, um seine Schulden bei dem unsympathischen Tadeo Carrús bezahlen zu können.

Die sehr ausschmückende Schreibweise der Autorin lässt viele Bilder in meinem Kopf entstehen, ich bin mittendrin in der Handlung und kann die Welt der Reichen in Mexico, in Kuba und auch in Spanien sehr gut vorstellen.

Die erste Hälfte des Buches hat mir gut gefallen – zum Schluss hin flachte das Buch leider ab, da die Handlung meiner Meinung nach sehr konstruiert und auch unglaubwürdig wirkte.

Manchmal scheint das Buch auch zu „stocken“ und man will dann als Leser nicht wirklich weiterlesen, weil die Spannung fehlt. Es dauert dann einige Seiten, bis wieder etwas Interessantes passiert. Aber der Hauptgrund, das Buch zu lesen, war für mich der sympathische Hauptcharakter Mauro Larrea und die Neugierde zu wissen, ob er seine Schulden loswerden kann und seine Ziele erreicht.

 

Mein Fazit:

„Wenn ich jetzt nicht gehe“ von Maria Duenas ist ein farbenprächtiger Roman, der im 19. Jahrhundert spielt und dem Leser einen Eindruck von Mexico, Kuba und Spanien während dieser Epoche zeigt. Weiterhin ist der Hauptcharakter Mauro Larreas sehr sympathisch und man möchte wissen, was er in diesem Roman erlebt und ob er seine Ziele erreichen wird.

Die erste Hälfte des Buches fand ich stark, die zweite weniger, da gab es zu viele Längen für meinen Geschmack, und auch die Handlung gefiel mir nicht mehr hundertprozentig.

Perfekte Urlaubslektüre oder Lektüre für eine lange Zugfahrt ist das Buch auf jeden Fall für Leute, die Abenteuerromane mit einem Schuss Romantik mögen. Ich vergebe drei Sterne und empfehle das Buch weiter.

(Rezi von Adelheid) Mikaela Bley: Glücksmädchen

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Nachdem ich eine Leseprobe des Buches

Glücksmädchen

von Mikaela Bley gelesen hatte, wollte ich unbedingt das ganze Buch lesen – und habe es mir gekauft.

 

Kurzinformationen zu dem Buch „Glücksmädchen“:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 10. Februar 2017

Verlag: Ullstein

ISBN-Nummer: 978-3548288444

Seitenzahl: 320 Seiten

Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 12,99 Euro. Wobei man noch sagen muss, dass das Format dieses Buches größer ist als das eines „normalen“ Taschenbuches, nämlich DIN-A-5.

 

Über die Autorin Mikaela Bley:

Mikaela Bley ist eine schwedische Schriftstellerin, Jahrgang 1979. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Stockholm.

„Glücksmädchen“ ist ihr erster Roman und wurde in Schweden sofort ein Bestseller.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man beispielsweise beim Online-Buchhändler Amazon.de. Einfach das Buch aufrufen und auf die Option „Blick ins Buch“ klicken. Schon kann man einige Seiten des Romans kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Ellen ist Kriminalreporterin und arbeitet beim Fernsehsender TV 4 in Stockholm (Schweden). Von ihr wird erwartet, dass sie sich bestens über den Fall eines achtjährigen verschwundenen Mädchens auskennt – und außerdem ihre guten Beziehungen zu einem Polizeimitarbeiter spielen lässt. Denn Lycke – so heißt dieses Mädchen – ist spurlos verschwunden, und der Sender will jede kleinste Spur, die zu Lycke führen könnte, sofort wissen und sofort senden.

Lycke ist ein Scheidungskind – hin- und hergerissen zwischen ihrer Mutter Helena und dem Vater Harald, der mit Chloe verheiratet ist. Chloe mag Lykke nicht, sie wacht über ihren Sohn Ludde – das gemeinsame Kind von ihr und Harald, auf das sie stolz ist.

Lange Zeit bleibt unklar, wo Lycke ist. Sie wurde von Chloe zum Tennistraining gefahren. Der Sportunterricht fiel aus – das wussten beide nicht. Lycke wurde vor der Tennishalle abgesetzt und war auf einmal verschwunden. Später wurde ihre Tasche gefunden.

Die Kriminalreporterin Ellen will unbedingt herausfinden, was mit Lycke passiert ist. Denn sie sieht Parallelen zu einem Ereignis in ihrer Kindheit. Parallelen zu ihrer Zwillingsschwester Elsa, die auf tragische Weise als Kind ums Leben kam.

Aber auf einmal wird die Situation auch für Ellen gefährlich. Immer wieder bekommt Drohungen, weil sie sich mit Lyckes Verschwinden befasst.

 

Meine Leseerfahrung:

Das Buch ist aus der auktorialen Erzählperspektive (kein Ich-Erzähler) in der Vergangenheit geschrieben und beschreibt die Ereignisse vorwiegend aus der Sicht von Ellen, Chloe und  Helena.

Der Roman lässt sich lange Zeit flüssig lesen. Die großen Kapitel sind in kleinere Abschnitte gegliedert, was ich beim Lesen sehr angenehm finde, denn hier kann man immer wieder Lesepausen einlegen.

Lange Zeit bleibt der Leser im Unklaren, was mit Lycke los ist. Man redet viel über Lycke. Und dem Leser offenbart sich im Laufe des Buches ein Familiendrama. Lycke ist hin- und hergeschubst zwischen der Mutter Helena und ihrem Vater Harald mit Familie. Dort ist sie alle zwei Wochen.

Chloe zeigt Lycke immer wieder, dass sie sie nicht mag. Sie nervt Harald immer wieder mit Anspielungen auf seine Vergangenheit mit Helena und Lycke, denn sie kann es nicht verstehen, dass Harald schon – bevor er Chloe traf – eine Beziehung hatte.

Harald ist eher gleichgültig. Er ist kein liebevoller Vater. Nicht nur für Lycke, sondern auch für Ludde. Aber Ludde hat Chloe – Lycke hat fast niemanden. Ihre Mutter Helen wirkt fast schon depressiv. Nur Mona, eine Angestellte, die sich um Lycke kümmern soll, ist fast wie eine Mutter für sie.

Mir war Ellen sehr sympathisch, und ich hatte während der ganzen Lektüre Mitleid mit Lycke. Chloe mochte ich nicht, Helen tat mir Leid, und lange Zeit wusste ich nicht, was ich von Harald halten sollte.

Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen – es ist eher ein Familiendrama. Ein Buch mit vielen traurigen Momenten. Ein Buch, das mich lange Zeit packen konnte.

Das Buch hat – aus meiner Sicht – zwei Höhepunkte. Nach dem ersten Höhepunkt war die meiste Spannung leider vorbei für mich – und ich empfand die Handlung auf einmal oft als lang gezogen. Die Ermittlungsarbeit, die Ellen leistet, wird immer wieder unterbrochen von diversen zwischenmenschlichen Episoden, die ich zu langatmig finde. Das hat mich beim Lesen wirklich gestört.

Der Schluss des Buches, der zweite Höhepunkt, ist nicht vorhersehbar – und das finde ich gut.

 

Mein Fazit:

Das Buch „Glücksmädchen“ ist ein Familiendrama, das mich über weite Strecken packen und gut unterhalten konnte. Leider nahm nach einem der beiden Höhepunkte die Spannung rapide ab und das Buch wurde mir oft zu ausschweifend. Deswegen ziehe ich einen Stern ab und vergebe vier von fünf Sternen.

 

 

 

(Rezi von Adelheid) Han Kang: Die Vegetarierin

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Aus der Bücherei habe ich mir folgendes Buch ausgeliehen:

Die Vegetarierin

der südkoreanischen Autorin

Han Kang.

 

Kurzinformationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 12.08.2016

Verlag: ATB

Seitenzahl: 190 Seiten

ISBN-Nummer: 978-3351036539

Die deutsche Ausgabe dieses Buches ist als Hardcover mit Schutzumschlag erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 18,95 Euro.

 

Über Han Kang:

Han Kang ist eine südkoreanische Autorin. Ihr erster Roman erschien 1994. Sie erhielt bereits einige Literaturpreise.

Das Buch „Die Vegetarierin“ wurde 2016 mit dem „International Man Booker Prize“ ausgezeichnet.

Die Autorin lehrt zur Zeit „Literarisches Schreiben“ am Kulturinstitut in Seoul.

 

Die Handlung:

Die Frau Yeong-hye ist mit Chong verheiratet. Es war keine Liebesheirat, aber Chong ist mit seiner Frau zufrieden. Sie hält die Wohnung in Ordnung, hat einen Halbtagsjob und kann sehr gut kochen.

In einer Nacht hat sie einen Traum. Dieser ist so eindrücklich, dass sie alles Fleisch, das sich in der Gefriertruhe und an anderen Plätzen im Haushalt befindet, wegwirft. Sie beschließt, Vegetarierin zu werden, denn den Anblick von Fleisch kann sie nicht mehr ertragen.

Sie magert ab und bekommt starke Schlafprobleme. Außerdem Hitzewallungen und Alpträume. Besonders fällt das während eines Geschäftsessens auf, zu dem sie und ihr Mann eingeladen werden.

Eines Tages eskaliert die Situation. Als Chong und Yeong-hye die Eltern von Yeong-hye treffen, will ihr dominanter Vater sie zwingen, wieder Fleisch zu essen. Er schlägt sie, als sie sich weigert. Es kommt zu einer Auseinandersetzung. Yeong-hye wird mit einem Messer geschnitten und muss in einem Krankenhaus behandelt werden.

Als sie entlassen wird, will ihr Mann sie verlassen. Dafür zeigt ihr Schwager, der Gatte ihrer Schwester In-Hye, starkes Interesse an ihr. Er ist freischaffender Künstler, und Yeong-hyes magerer Körper inspiriert ihn zu einer wahnwitzigen Idee…

 

Schreibstil:

Das Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten Teil „Die Vegetarierin“ wird die Handlung aus der Sicht von Chong, Yeong-hyes Gatten, aus der Ich-Perspektive in der Vergangenheit (Präteritum) erzählt.

Der zweite Teil mit dem Titel „Der Mongolenfleck“ wechselt in die auktoriale Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler mehr). Hier wird ebenfalls in der Vergangenheit erzählt – aus der Sicht von In-Hyes Ehemann.

Der dritte Teil „Bäume in Flammen“ bleibt bei der auktorialen Erzählperspektive. Diesmal wird die Handlung aber im Präsens erzählt aus der Sicht von In-Hye.

 

Weitere Besonderheiten:

Was mich sehr erstaunt hat, ist, dass Yeong-hyes Namen immer wieder „Yong-Hye“ geschrieben wird. Ist das Absicht oder ein Versehen des Verlags? Ich weiß es nicht.

 

Meine Meinung:

Das Buch „Die Vegetarierin“ war im „Literarischen Quartett“ vorgestellt worden. Deswegen interessierte es mich, so dass ich es zum Lesen mitnahm, als ich es in der Ortsbücherei ausleihen konnte.

Das Buch lässt sich schnell lesen – nicht nur weil es kurz ist. Die Handlung ist interessant – sie schockiert. Und sie schockiert bis zum Schluss. Yeong-hyes Plan, zur Vegetarierin zu werden und die Folgen davon lassen mich nicht kalt. Es reicht ihr nicht aus, fleischlos zu leben – es müssen noch drastischere Konsequenzen kommen.

Die Folgen ihres Vegetarismus sind nicht nur, dass Yeong-hye sehr schlank wird und Schlafstörungen bekommt, sondern auch, dass ihr Mann sie verlässt. Von ihm hört man dann als Leserin/Leser in dem Buch nichts mehr. Dafür erfährt man von der schlimmen Kindheit Yeong-hyes unter einem dominanten Vater. Die ältere Schwester In-Hye versucht, die Traumata, die Yeong-hye hier erlebt hat, zu kompensieren. Sie kann aber nicht verhindern, dass ihr eigener Mann sich auf einmal für Yeong-hye interessiert. So ist auf einmal auch ihre Ehe gefährdet.

Mir war der zweite Teil des Buches „Der Mongolenfleck“ oft zu extrem – hier begann das Buch stark, in einen Porno-Roman abzudriften. Und es gab Momente, während derer ich mich fragte, ob ich die Lektüre nicht einfach abbrechen sollte.

Nun – ich habe die Lektüre des Buches durchgehalten bis zum Schluss. In-Hye erweist sich als starker Charakter in dem Buch – und sie versucht zu retten, was zu retten ist. Das Buch bleibt bis zum Schluss nicht vorhersehbar, was durchaus für das Buch spricht.

Andererseits ist die Handlung oftmals ziemlich heftig, und Leserinnen/Lesern unter 18 Jahren würde ich die Lektüre nicht empfehlen. Man denkt beim Lesen oft: „Schlimmer kann es nicht mehr kommen“ – und dann wird es doch schlimmer.

Sicherlich steht dieses Buch nicht für alle Vegetarier und Vegetarierinnen – es ist ein Extrembeispiel, wohin Vegetarismus führen kann und hoffentlich eine Ausnahme!

 

Mein Fazit:

Das Buch „Die Vegetarierin“ von Han Kang erzählt die Geschichte einer Vegetarierin, die von einigen Ideen über ihre Lebensweise immer besessener wird. Es ist kein positives Buch, und manche Vorgänge empfand ich als sehr drastisch. Deswegen würde ich das Buch auch erst Leserinnen und Lesern ab 18 Jahren empfehlen.

Ich vergebe dem Buch vier Sterne und empfehle es weiter.

 

 

(Rezi von Adelheid) Heike Abidi und Anja Koeseling: Wahnsinn Wartezimmer – 28 echt kranke Geschichten

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Wer das Buch

Wahnsinn Wartezimmer – 28 echt kranke Geschichten

zur Hand nimmt, denkt im ersten Moment wahrscheinlich, dass es sich hier um vorwiegend lustige Geschichten handelt.

Denn der Titel klingt „locker-flockig“, und auch das Buchcover lässt auf einen gewissen Humor schließen. Sehe ich doch kranke Menschen, eine Mutter mit ihrem Baby, eine Krankenschwester und einen Arzt, die alle in einem Comicstil gezeichnet sind.

Dass dieses Buch vorwiegend lustige Geschichten vereint, stimmt nicht ganz. Die 28 Geschichten sind teilweise humorvoll, teilweise ironisch, aber dann auch ernst und zum Nachdenken anregend. Jede Geschichte hat ihren ganz eigenen Schreibstil, ihren ganz eigenen Erzählton. Das liegt daran, dass die Geschichten von verschiedenen Autoren verfasst wurden. Das sehe ich am Ende des Buches, in dem Autorinnen und Autoren und die beiden Herausgeberinnen genauer vorgestellt werden.

Ich bekomme in diesem Buch also eine ausgewogene Mischung an Geschichten. Und genau diese Mischung sagt mir zu.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 2. Februar 2017

Verlag: Eden-Books

ISBN-Nummer: 978-3959101066

Seitenzahl: 320 Seiten

Das Buch ist als Taschenbuch erschienen und kostet im deutschen Buchhandel 9,95 Euro. Auch als E-Book für diverse Reader ist das Buch erhältlich.

 

Über die beiden Herausgeberinnen:

Heike Abidi arbeitet als freiberufliche Werbetexterin und Autorin. Sie schreibt vor allem Unterhaltungsromane für Erwachsene sowie für Jugendliche und Kinder. Mit ihrer Familie lebt sie in der Nähe von Kaiserslautern.

Anja Koeseling arbeitete als Journalistin und Publizistin. 2008 gründete sie die Literaturagentur Scriptzz in Berlin. Außerdem ist sie als Sachbuchautorin tätig.

 

Besonderheiten:

Das Buch aus dem Verlag EDEN BOOKS ist in sechs Kapitel gegliedert. Jedes dieser Kapitel umfasst Geschichten, die zu diesem Kapitel passen. Sie sind mal aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler), mal aus der Ich-Perspektive, mal aus der Du-Perspektive geschildert.

In den Geschichten geht es um Patienten, aber auch deren Angehörige. Ebenfalls um Ärzte und Pflegekräfte. Weiterhin sind diverse Auflistungen vorhanden. Beispielsweise von Sprüchen, die Ärzte ihren Patienten gerne sagen. Oder von seltenen Krankheitssymptomen.

 

Auf einige meiner Favoriten will ich eingehen, ohne zu viel zu verraten.

Im Kapitel 1 „Symptome“ fiel mir die Geschichte „Aus dem Leben eines möglicherweise Gesunden“ besonders auf. Hier geht es um einen Hypochonder, also eine Person, die der Meinung ist, an gewissen Symptomen und Krankheiten, die behandelt werden sollten, zu leiden.

Der Ich-Erzähler schildert alles, was er schon durchlitten hat und weswegen er Mediziner konsultierte. Auch das Ergebnis dieser Untersuchungen kommt zur Sprache. Diese Geschichte regt zum Nachdenken an – darüber, dass das Leben doch lebenswert ist und wir viele Dinge, die uns zwicken oder bei uns knacken oder uns sonst wie beunruhigen, locker sehen sollten. Nicht alles, was uns beunruhigt, ist gleich eine Krankheit!

Im Kapitel 2 „Wartezimmer“ amüsierte mich die Geschichte „Ehrlich wartet am längsten“. Eine Dame, die im Wartezimmer eines Frauenarztes lange warten muss, ersinnt einige kreative Ideen, damit das Wartezimmer schneller leer wird – und sie also eher in die Sprechstunde des Arztes kommen kann.

Diese Geschichte macht großen Spaß, sie zeigt Unterhaltungen im Wartezimmer – und wohin sie führen könnten. Sicherlich ist diese Geschichte Fiktion und absolut übertrieben – aber genau das macht diese Geschichte lesenswert. Eine Geschichte, die lange im Gedächtnis bleibt – und die man sich immer wieder ins Gedächtnis rufen sollte, wenn man (mal wieder) lange in einem Wartezimmer warten muss.

Aus dem Kapitel 3 „Diagnose“ möchte ich die Geschichte mit dem Titel „Mercedes Denz“ erwähnen. Hier handelt es sich um eine ernste Geschichte, die mir besonders gut gefällt, weil sie mit sehr viel Feingefühl geschrieben wurde. Es geht um einen älteren Mann, der immer wieder Sachen und Ereignisse vergisst. Er leidet an Demenz. Das verunsichert ihn. Deswegen geht er auch mit seiner Tochter Dorothee zu Ärzten.

Dorothee ist oft überfordert mit ihrem Vater, sie versucht, das Beste daraus zu machen. Ihr Vater würde sich gerne an mehr erinnern, um nicht so hilfsbedürftig und abhängig von seiner Tochter zu sein. Aber er kann es nicht.

Diese Handlung, diese Verzweiflung des alten Mannes und seine Hilfsbedürftigkeit lassen mich nicht kalt. Es ist rührend – aber ich verstehe auch seine Tochter. Sie hat einen stressigen Alltag und nicht viel Zeit.

Im Kapitel 4 „Notaufnahme“ hat mich die Geschichte „Auf jede Nacht folgt ein Morgen“ sehr bewegt. Hier lese ich aus der Sicht einer jungen HNO-Ärztin (Ärztin für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten), wie stressig es ist, Notdienst in einem Krankenhaus zu haben. Man muss ständig erreichbar sein, blitzschnell Entscheidungen treffen, wie man was behandeln sollte.  Die Menschen kommen wegen dringender, aber auch wegen weniger dringender gesundheitlicher Probleme. Dennoch muss man als Arzt Ruhe bewahren und nett zu den Patienten sein.

Wer schon in einem Krankenhaus in der Notaufnahme war, wird beim Lesen dieser Geschichte eifrig nicken und sagen: „Ja, so ist es!“ Aber auch Leute, die noch nie als Notfall in einem Krankenhaus behandelt werden mussten, sollten diese Geschichte unbedingt lesen.

Das Kapitel 5 „Krankenhaus“ bietet weitere Geschichten in einem Krankenhaus – sowohl aus der Sicht von Patienten, als auch aus der Sicht von Pflegepersonal.

In der Geschichte „Ein Job, den ich liebe“ geht es um eine Krankenschwester, die Nachtdienst auf einer Station mit psychisch auffälligen Patienten macht. Sie erlebt einige „Überraschungen“ – muss beispielsweise plötzlich Leute säubern, aber auch einen Brand löschen, der in einem Papierkorb ausgebrochen ist.

Ich bewundere diese Krankenschwester. Gleichzeitig aber bin ich froh, dass ich diesen Job nicht ausübe.

Das Kapitel 6 dreht sich schließlich darum, wenn man „Wieder daheim“ ist. Also Arztpraxen oder Krankenhäuser verlassen hat. Am besten gefiel mir hier die Geschichte „Die weibliche Prostata“. Sie ist humorvoll verfasst, etwas übertrieben, aber genau das macht sie für mich besonders gut. Es geht um eine Frau, die Privatpatientin ist und sich diverser Untersuchungen unterzogen hat. Als sie die Rechnung des Krankenhauses bekommt, fällt sie fast aus allen Wolken. Der Preis ist exorbitant – und nun geht sie Position für Position der Rechnung durch und telefoniert mit dem Krankenhaus. Viele der genannten Positionen sind für sie „Fachchinesisch“ oder nicht nachvollziehbar. Mit viel Schlagfertigkeit und Durchsetzungsvermögen versucht sie zu klären, wofür sie hier bezahlen soll – und was diese Untersuchungen für ihren Gesundheitszustand konkret bedeuten.

Diese Geschichte birgt für mich viel Wahrheitsgehalt. Ich bin zwar nicht privat versichert, kenne aber einige Leute, die eine private Krankenversicherung haben. Wenn man da nicht aufpasst und diverse Untersuchungen auf ihre Nützlichkeit hinterfragt, wenn man nicht eine Rechnung genauestens überprüft, kann das ein wahrhaft „teures Vergnügen“ werden!

 

Und sonst?

Und sonst gab es auch einige Geschichten, bei denen ich mich ein bisschen wiedererkannt habe. Beispielsweise bei „Ohne Mütze im Wind“ aus Kapitel 3. Eine Frau leidet an Haarausfall und versucht, die Ursache dafür zu ergründen. Sie nimmt eine Odyssee von Arzt zu Arzt vor, sie redet mit Friseuren – jeder hat eine andere Idee, und auch die Frau macht sich ihre Gedanken. Bis sie zum Schluss auf eine erstaunliche Wahrheit stößt…

Ich leide jetzt zum Glück nicht an Haarausfall, aber an einer chronischen Hautkrankheit. Und die Odyssee von Arzt zu Arzt kenne ich selbst nur zu gut. Deswegen konnte ich mich in die Geschichte dieser Ich-Erzählerin besonders gut hineinversetzen.

Besonders gut fand ich ebenfalls die Geschichten junger Eltern, wie zum Beispiel „Babys schreien nun mal“ aus Kapitel 6. Wer selbst Kinder hat, weiß, wovon ich rede. Eltern kommen aus dem Krankenhaus, wo der Tag mit dem Baby genau strukturiert war und man sich irgendwie „behütet“ fühlte, nach Hause und sollen den Alltag mit Kind alleine managen. Einige Leute fühlen sich da zuerst überfordert….

 

Mein Fazit:

Das Buch „Wahnsinn Wartezimmer“ bietet eine Fülle von Geschichten verschiedener Autoren rund um Ärzte, Krankenhäuser und Krankheiten.

Die Geschichten sind humorvoll, ernst, sachlich, nachdenkenswert. Ich finde, dass sich für jede Leserin/jeden Leser ein oder mehrere Beiträge in diesem Buch finden, in denen sie/er sich wieder findet und/oder mit dem sie/er etwas anfangen kann.

Nicht alle Beiträge in diesem Buch haben mir gleich gut gefallen. Das ist aber ganz normal bei einer Sammlung von Beiträgen verschiedener Autoren, die verschiedene Schreibstile haben. Es gab einige Geschichten, die ich besonders gut fand und finde.

Sicherlich ist dieses Buch interessante Lektüre für Wartezimmer. Ein Buch, das dort sicherlich gerne zur Hand genommen wird. Wer aber einmal hineingelesen hat, wird sich das Buch wohl selbst kaufen. Es gibt viele interessante Beiträge in dem Buch, für die sich der Kauf einfach lohnt – und denen man sich während einer Ruhepause widmen sollte.

Ich vergebe dem Buch fünf von fünf Sternen und empfehle es weiter.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

(Rezi von Adelheid) Kent Haruf: Unsere Seelen bei Nacht

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Vor einigen Tagen habe ich folgenden Roman zu Ende gelesen:

Unsere Seelen bei Nacht

des US-amerikanischen Schriftstellers

Kent Haruf.

Wie mir das Buch gefallen hat, liest man jetzt.

 

Kurze Informationen zu diesem Buch:

Erscheinungsdatum in Deutschland: 22. März 2017

Seitenzahl: 208

Verlag: Diogenes

ISBN-Nummer: 978-3257069860

Das Buch ist als Hardcoverausgabe mit Schutzumschlag in Deutschland erschienen und kostet 22 Euro.

 

Über Kent Haruf:

Kent Haruf war ein US-amerikanischer Autor, Jahrgang 1943, der 2014 verstarb.

Er schrieb insgesamt fünf Romane, sein letzter war „Unsere Seelen bei Nacht“. Das Buch wird mit Jane Fonda und Robert Redford verfilmt.

Alle Romane von Kent Haruf spielen in der fiktiven Kleinstadt Holt im US-Bundesstaat Colorado.

 

Leseprobe:

Eine vom Verlag genehmigte Leseprobe findet man an mehreren Stellen im Internet. Beispielsweise bei vorablesen.de. Einfach die Informationen über das Buch anklicken, dann auf „Leseprobe öffnen“ (rechts oben) klicken – schon kann man einige Seiten des Buches kostenlos lesen.

 

Die Handlung:

Zwei alte Menschen treffen sich. Es handelt sich um Addie Moore und um Louis Waters. Beide sind verwitwet, beide leben alleine in der US-amerikanischen Kleinstadt Holt im Bundesstaat Colorado.

Addie macht Louis den Vorschlag, dass sie miteinander Abende und Nächte verbringen könnten. Also sich in ihren Wohnungen treffen, zusammen in einem Bett schlafen und sich unterhalten. Sex wollen sie nicht haben – sie könnten nur miteinander die Nacht überstehen.

Louis zögert zuerst, lässt sich aber dann auf den Vorschlag ein.

Er und Addie treffen sich immer wieder. Vorwiegend in Addies Haus. Er lässt seinen Schlafanzug und seine Zahnbürste dort, um nicht jedes Mal alles hin- und herschleppen zu müssen. Sie unterhalten sich und schlafen nebeneinander in einem Bett. Addie hat einen guten Schlaf, und Louis immer wieder Probleme mit dem Einschlafen.

Sie freunden sich an und lernen sich besser kennen. Ihre Treffen wollen sie nicht mehr missen. Aber es bleibt nicht aus, dass die Leute im Ort munkeln. Addie und Louis lassen sich dadurch nicht irritieren und zeigen sich ihren neugierigen Mitmenschen bei Tag beim Stadtbummel in Holt. Eines Tages kommt Jamies, Addies Enkel, für einige Wochen zu ihr zu Besuch. Auch diese Situation versuchen Addie und Louis gemeinsam zu meistern.

 

Meine Meinung zu diesem Buch:

Die Handlung dieses Buch fängt sofort an. Eine lange Vorgeschichte gibt es nicht, was mir sehr gut gefällt.

Auch sonst ist das Buch lesenswert und interessant. Addie und Louis sind sofort sympathisch. Zwei alte Menschen, die sich als Nachbarn schon lange kennen. Nun wird aus Nachbarschaft Freundschaft. Sie erzählen sich einander, was sie in der Vergangenheit erlebt haben. Jeder von ihnen musste schon ein schweres Schicksal meistern. Addie hat ihre Tochter Connie verloren und sie erzählt Louis davon, wie es passiert ist. Und Louis hat einmal seine Frau Diane mit einer Lehrerkollegin betrogen – und kehrte wieder zurück zu Diane.

Es ist rührend und nie kitschig, was Addie und Louis miteinander unternehmen und wie sie versuchen, Zeit miteinander zu verbringen.

Dem üblichen „Dorftratsch“, der nicht ausbleibt, können sie nicht ausweichen. Aber er bringt sie nicht dazu, ihre Freundschaft aufzugeben. Ein größeres Problem sind die „lieben“ Verwandten – Addies Sohn und Louis’ Tochter -, die meinen, ihren Eltern Vorschriften machen zu müssen.

Dieser Roman bleibt also immer interessant. Leicht lesbar ist er geschrieben, in einem einfachen, schönen Schreibstil, aus der auktorialen Erzählperspektive (also kein Ich-Erzähler) in vorwiegend kurzen Sätzen. Sympathisch sind Addie und Louis schon ab dem ersten Kapitel und als Leserin wünschte ich mir gleich zu Anfang, dass ihre Freundschaft sich entwickeln darf.

 

Mein Fazit:

Für mich ist „Unsere Seelen bei Nacht“ von Kent Haruf ein wunderbar leichtfüßiger Roman mit sympathischen Hauptcharakteren, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich vergebe diesem Buch fünf Sterne und eine Weiterempfehlung.

 

 

 

{Rezension} Eine unbeliebte Frau (1) von Nele Neuhaus

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List Taschenbuch – Ullstein Verlage // 384 Seiten // Taschenbuch 10,99€ – E-Book 9,99€

Eine Ladung Schrot aus dem eigenen Jagdgewehr beschert dem Frankfurter Oberstaatsanwalt ein schnelles, wenn auch sehr hässliches Ende. Die schöne junge Frau, die tot am Fuß eines Aussichtsturms im Taunus liegt, ist viel zu unversehrt, um an den Folgen eines Sturzes gestorben zu sein. Kriminalhauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine neue Kollegin Pia Kirchhoff sind sich einig: Der erste Todesfall war ein Selbstmord, der zweite jedoch ein Mord. Bald häufen sich sowohl die Motive als auch die Verdächtigen. Doch was hat den Staatsanwalt in den Tod getrieben?

Lange schon liegen die Bände der Autorin hier ungelesen bei mir. Nun endlich habe ich mir den Ersten Band ganz fest vorgenommen und ich war begeistert, ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Zum einen lernen wir hier Pia Kirchhoff kennen, eine taffe Kommissarin, die nach einigen Jahren Ehe endlich wieder ausbricht und nach dem Heimchen am Herd es wieder genießt, in ihrem Beruf zu arbeiten. Aber im Laufe des Buches kommt dem Leser immer wieder der Gedanke, ob Pia wirklich fürs alleinsein geschaffen ist. Aber wer ist das schon? Pia ist jedenfalls eine sehr sympathische Protagonistin, die eine sehr gute Arbeit macht und der man das einfach alles abkauft.

Dann gibt es noch Kommissar Oliver von Bodenstein. Er lebt mit Frau und Kindern und kennt die Gegend im Taunus und die Leute gut. Bodenstein hadert mit dem Beruf seiner Frau,, aber er will sie auch nicht einbremsen. Auch er ist ein äußerst sympathischer Protagonist, der auch eine gute Arbeit macht und mit seiner neuen Kollegin ein richtig gutes Team abgibt.

Am Anfang hat man als Leser das Gefühl, dass es so gar nicht voran geht. Jede Menge Leute tauchen auf, die mehr oder minder verdächtig sind, Befragungen und Ermittlerarbeit steht im Vordergrund.
Aber je weiter man hinein liest, umso verzwickter wird dieser Fall und man als Leser tappt langsam total im Dunklen. Ich muss sagen, es war super spannend und ich wußte selbst nicht, wo das alles enden sollte.

Eine richtig tolle Geschichte, die spannend geschrieben ist und ein gutes Ermittlerduo hat. Bis zum Schluß spannend und mit mehreren Wendungen lässt sich das Buch richtig schnell weg lesen.
Sehr zu empfehlen!

 

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